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Religion am Kiosk

Mit der aktuellen Sommer-Ausgabe ist das monatlich erscheinende Vatican magazin nun auch im gesamten deutschsprachigen Raum in Bahnhöfen, Flughäfen und im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich. Das ist gewiß ein großer Schritt, denn bislang galt, daß an den Kiosken zwar für jedes gängige und auch absonderliche Hobby auch ein dazu passendes Blatt zu finden war, nur ein religiöses Magazin römisch-katholischer Prägung suchte man vergeblich. Die Rückkehr des Religiösen ins öffentliche Leben, die nach Ansicht von Chefredakteur Guido Horst nicht mit einer „Renaissance des Glaubens“ verwechselt werden darf, wohl aber von einem gewissen „Klimawechsel“ zeugt, hat nun jedoch diesen Schritt möglich und notwendig gemacht. Zwar habe das Land noch nicht damit begonnen, die katholische Lehre an sich heranzulassen, schreibt Horst im Editorial, doch sei dies ein Grund mehr, in einer Zeit „des ungläubigen Interesses oder der interessierten Ungläubigkeit vom Leben der Kirche, von ihren Anfeindungen, ihrem inneren Ringen (zu) erzählen, aber auch die Schönheit des Glaubens in Wort und Bild sichtbar (zu) machen“. Nicht ohne Grund lautet der Untertitel der Zeitschrift dann auch „Schönheit und Drama der Weltkirche“. Dabei sind die verschiedenen Beiträge des Magazins durchweg von hohem Niveau und doch auch leicht lesbar für den, der sich bisher noch nicht intensiv mit dem katholischen Glauben und der christlichen Religion beschäftigt hat. Zudem befassen sich längst nicht alle Texte mit kirchlichen Themen und Vatikan-Interna. So schreibt Gideon Levy in seinem Titel-Essay „Stätten der Verdammnis“ über vierzig Jahre Besatzung im Heiligen Land und läßt keinen Zweifel daran, daß die Palästinenser die Opfer sind, aber auch die Israelis einen hohen Preis für ihre Politik einer „aggressiven Militärbesatzung“ zahlen müssen. In „Disputa“ beschreibt Alexander Pschera Ernst Jüngers langen Weg zum Katholizismus: „Wo Blätter fallen …“ Mit seiner Konversion habe Jünger sich eingereiht in die Linie der großen Konvertiten, die mit dem heiligen Augustinus beginnt und über Heinrich Heine, Gilbert Keith Chesterton und Alfred Döblin bis zum französischen Kardinal Lustiger reicht. Immerhin war Jüngers Hinwendung zu den Kirchenvätern und besonders zu Léon Bloy, den er durch Carl Schmitt kennengelernt hatte, schon länger bekannt gewesen. Auch stieß man vor allem in den Tagebüchern „Siebzig verweht“ immer wieder auf christliche Notate, wie auch seine Schrift „Der Friede“ sich auf den 73. Psalm beruft, der wiederum bei seiner Konversionsfeier ein Rolle spielte. So erschien Jüngers Konversion vor dem Hintergrund seines großen Respekts vor der katholischen Welt schließlich als logischer Schritt, zumal er sich bereits seit längerer Zeit von der „entmythologisierten protestantischen Kirche“ weit entfernt hatte. Mit dem beeindruckenden Foto-Essay „Lalibela – Das äthiopische Jerusalem“ von Prinz Asfa Wossen Asserate schließt das aktuelle Heft. Anschrift: Fe-Medienverlags GmbH. Friedrich-Wirth-Str. 4, 88353 Kisslegg. Einzelpreis: 5 Euro, Jahresabo: 50 Euro. Internet: www.vatican-magazin.com

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