Immer Ärger mit Martin

Der wegen einer umstrittenen Rede aus der CDU ausgeschlossene Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann soll Gastredner der „Schönblick-Gespräche“ des württembergischen Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes (AGV) bleiben. Das bekräftigte der Vorsitzende, Rektor Otto Schaude (Reutlingen), bei der Jahrestagung der Ludwig-Hofacker-Vereinigung am 5. Februar in Korntal bei Stuttgart. Die „Gespräche“ im AGV-Freizeitzentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd sind ein Forum über aktuelle Themen und christliche Werte für Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Wissenschaft. Hohmann soll am 19. Februar berichten, wie er mit dem Parteiausschluß und den damit verbundenen Verletzungen umgeht. Er war aus Partei und Fraktion ausgeschlossen worden, nachdem er bei einer Rede am Tag der Deutschen Einheit 2003 in mißverständlicher Weise „die Juden“ im Zusammenhang mit dem Begriff „Tätervolk“ genannt hatte. Die Einladung durch die Altpietisten ist heftig umstritten. Der Esslinger Rundfunkpfarrer Andreas Koch bezeichnete sie auf der landeskirchlichen Internetseite als nicht hinnehmbar, höchst fragwürdig und instinktlos. Man müsse jetzt nicht darüber diskutieren, was Hohmann tatsächlich gesagt und gemeint habe. „Fakt ist, daß er mit einem hochsensiblen Thema alles andere als feinfühlig umgegangen ist und damit unserem Land enormen Schaden zugefügt hat.“ Koch ist zugleich Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion in Esslingen. Auch andere Medien hätten gefordert, Hohmann auszuladen, teilte Schönblick-Leiter Martin Scheuermann mit. Vor rund 900 Besuchern der pietistischen Jahrestagung sagte Schaude, Hohmann sei zu Unrecht als Antisemit dargestellt worden. Seine Kritiker hätten Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Im Bundestag setzten sich wenige Parlamentarier so sehr für Israel ein wie der Katholik Hohmann. Nach Ansicht des Präsidenten der Landessynode, Schuldekan i.R. Horst Neugart aus Heidenheim, darf die Kirche keinen Christen ausgrenzen. Angriffe auf eine landeskirchliche pietistische Gemeinschaft gehörten nicht auf die Internetseite der württembergischen Landeskirche.

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