Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

„Die Berge allein sind göttlich“

Erstaunt schauen die Bergwanderer in diesen herbstlichen Tagen, wenn sie nach harter Mühsal den 3.308 Meter hohen Gipfel des Piz Badile im Val Masino – zwischen Lombardei und dem Schweizer Kanton Graubünden gelegen – erreicht haben: Thront doch anstelle des sonst weithin sichtbaren Gipfelkreuzes nun eine fette Buddha-Figur auf der Bergspitze und blickt lachend über das weite Bergpanorama, das sich vor ihr ausbreitet. Der Grund für diese seltsame Installation ist die jüngste antichristliche Aktion junger Alpinisten aus dem Valtellina. Die neuen Gipfelstürmer wollen mit ihrer provokanten Aktion gegen christliche Gipfelkreuze, Marterln, Bildstöcke und Gedenktafeln – Zeichen alter Volksfrömmigkeit – protestieren. Diese christlichen Symbole, die seit Jahrhunderten die Gipfel unserer europäischen Berge zieren und Ziel jedes Bergsteigers sind, sollen künftig verschwinden, wenn es nach dem Willen dieser Provokateure ginge. Ihren „Kreuzzug“ haben sie gezielt in der Lombardei begonnen, wo auf den Bergeshöhen zahlreiche Gipfelkreuze stehen. Solange es diese noch gibt, so lange soll auch diese Buddhafigur, die 1,30 Meter hoch und 20 Kilogramm schwer ist, weiter in höchster Höhe thronen, lautet ihre perverse Logik. Wieder versuchen atheistische Weltverbesserer und Andersgläubige gegen das christliche Erbe des Abendlandes zu Felde zu ziehen. Und daß sie mit ihrer Auffassung längst nicht mehr alleine dastehen, zeigt das Beispiel von Reinhold Messner, dem bekannten Extrembergsteiger aus Südtirol. Er, immer publicitysüchtig, erklärte jetzt dem in Mailand erscheinenden Corriere della Sera: „Die Berge allein schon sind göttlich. Sie brauchen keine religiösen Symbole mehr.“ Und weiter: „Man soll endlich aufhören, die Gipfel auszubeuten.“ Empört reagierte der Altpfarrer von Sulden und frühere Leiter des dortigen Bergrettungsdienstes, Josef Hurton: „Warum sollen plötzlich die Kreuze verschwinden, die seit mehr als 2.000 Jahren Symbol unseres Christentums sind, Kreuze, die sogleich auch ein Zeichen unserer Nähe zu Gott sind.“ Und er setzte hinzu, „außerdem würde keiner von uns auf die Idee kommen, auf die Berggipfel Indiens Kreuze zu setzen“. Auch der Leiter der italienischen Himalaja-Expedition, die 2004 den K4 bezwang, Agostino Da Polenza, erklärte knapp: „Die Kreuze auf den Bergen sind Zeichen unserer Kultur und Tradition.“ Diese jüngste Provokation erinnert fatal an den Kreuzzug des islamischen Haßpredigers Adel Smith in Italien. Er wurde zuerst bekannt, als er 2001 gegen Fresken aus dem 14. Jahrhundert in einer Kirche in Bologna zu Felde zog. Die altmeisterlichen Künstler hatten den Propheten Mohammed beim Göttlichen Gericht in der Hölle schmorend dargestellt. Darin sah Smith eine Verunglimpfung des Islam. Er wurde von den Gerichten abgeschmettert. Die Fresken sind noch heute zu sehen. Also mußte eine neue Kampagne her: Der Präsident der von ihm selbst gegründeten Unione Musulmani d’Italia lief Amok gegen die Kruzifixe in den Krankenhäusern und Schulen in Italien. Als er im Dezember 2003 seine schwerkranke Mutter im Krankenhaus von Ofena/Süditalien besuchte, riß er das über dem Bett hängende Kruzifix von der Wand und warf es aus dem Fenster. Die Behörde der Schule, die zwei seiner drei Kinder in dem abruzzesischen Städtchen Ofena besuchen, überzieht er seit zwei Jahren mit Polemik und Prozessen, um zu erreichen, daß das Kruzifix aus dem Klassenzimmer verschwand. Im Gegenzug ließ er Suren auf die Schulkittel seiner Söhne sticken und schickte die armen Kleinen so geschmückt auf den täglichen Schulweg. Mit diesen gezielten Provokationen versucht Smith vor allem die Auflage seiner Bücher zu steigern, die wahre Haßtiraden gegen die katholische Kirche und den Vatikan sind. Immerhin entschieden die italienischen Gerichte, daß die Kruzifixe weiter hängen bleiben sollen. Foto: Gipfelkreuz auf dem 2.778 Meter hohen Lagazuoi in den Dolomiten (2003): Volksfrömmigkeit / Buddha-Figur auf dem Badile: Seltsame provokante Installation

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