Quer zum Nützlichkeitsdenken

Bei den Lebensschützern kursiert ein eher trauriges Bonmot: In Deutschland, so heißt es, genießen Embryos optimalen rechtlichen Schutz – vorausgesetzt, sie befinden sich nicht im Mutterleib. Dann nämlich ist eine Abtreibung innerhalb der gesetzlichen Frist leicht zu haben und wird in über 90 Prozent der Fälle vom Staat finanziert. Mehr als 40 Millionen zahlt der Steuerzahler dafür jährlich. Den Journalisten Stefan Rehder und Veronika Blasel ist eine genaue Aufstellung der Daten der verschiedenen Bundesländer zur Subventionierung von Schwangerschaftsabbrüchen gelungen. Ihre in der Zeitschrift Lebensforum Anfang des Jahres veröffentlichte Darstellung des Skandals hat das Thema wieder ins öffentliche Bewußtsein getragen und der Diskussion über Abtreibungen neue Nahrung gegeben. Seitdem gibt es innerhalb der Unionsparteien wieder Initiativen, den Schutz des ungeborenen Lebens nicht völlig zu vergessen. Lebensforum ist die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), der mit über 10.000 Mitgliedern größten unabhängigen Vereinigung von Lebensschützern in Deutschland. Deren Vorsitzende, die Ärztin Claudia Kaminski, geißelt im Editorial der aktuellen Ausgabe den moralischen wie juristischen Irrsinn der deutschen Abtreibungspolitik: „Mit mehr als 40 Millionen Euro haben die sechzehn deutschen Bundesländer allein im Jahr 2002 Abtreibungen subventioniert, die nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen zwar ’straffrei‘, aber nichtsdestoweniger ‚rechtswidrig‘ sind.“ Zu den rund 250 Millionen Euro Steuergeldern, die seit der Neuregelung des Paragraph 218 für Abtreibungsrechnungen erstattet wurden, zählt Kaminski weitere, nicht quantifizierbare Folgekosten. Zum Beispiel die von den Krankenkassen bezahlten lebenslangen Therapiekosten für das sogenannte Post-Abortion-Syndrom. Die Zeitschrift Lebensforum bietet solide Aufsätze zu allen Fragen rund um die Themen Abtreibung, Euthanasie, Klonen und die Lebensrechtsbewegung. Für Journalisten und Politiker, auch für Mediziner und Juristen ist sie eine unverzichtbare Informationsquelle. So erfährt der Leser in der aktuellen Ausgabe Wissenswertes über den Zusammenhang von Abtreibungen und demographischem Niedergang, die Tücken der gescheiterten UN-Menschenrechtskonvention, die milliardenschweren europäischen Förderprogramme für die „verbrauchende Embryonenforschung“ und vieles mehr. Der Geist der Zeitschrift ist von einem christlich grundierten Humanismus getragen; er steht quer zum heute verbreiteten Nützlichkeitsdenken in bezug auf menschliches Leben. Auch angesichts der moralischen Gleichgültigkeit großer Teile der Öffentlichkeit hält Lebensforum die Stellung. Anschrift: Lebensforum, Bezug über Aktion Lebensrecht für Alle e. V. (ALfA), Ottmarsgäßchen 8, 86152 Augsburg. Das Jahresabo kostet 12 Euro.

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