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Von der Toleranz – Erster Teil

Eine der Phrasen, welche Deutsche am zuverlässigsten in einen Zustand der Blödigkeit versetzt, ist die Forderung nach Toleranz. „Für ein tolerantes Miteinander“, „Toleranz und Respekt voreinander“, „Gegen Intoleranz und Rassismus“, „Gelebte Toleranz einer weltoffenen Gesellschaft“ und so weiter und so fort. Eine unüberschaubares Meer von hohlen Phrasen aus ebenso hohlen Köpfen ergießt sich über uns. Und man fragt sich, was meinen die damit eigentlich?

Offensichtlich nicht die Toleranz, wie sie sich vor dem Hintergrund von Reformation und Aufklärung entwickelt hat. Denn diese meinte im wesentlichen zunächst nichts anderes, als daß verschiedene christliche Konfessionen in ein und derselben Gesellschaft miteinander koexistieren können. „Tolerare“ – als Herrscher dulden, wenn einige seiner Untertanen zu Gott anders beten. Erst später wurde diese ursprünglich rein religiöse Funktion auf andere Lebensbereiche übertragen.

Im Laufe der Zeit hat diese Toleranz ein seltsames Eigenleben entwickelt. Die Forderung nach Toleranz breitete sich auch in der Philosophie aus. Weder sollte der Herrscher festlegen, was der wahre Glaube ist, noch was Wahrheit und was Trug. Das wollten die Bürger schon selbst entscheiden, zu dem Preis, daß sie sich auch irren konnten. Spätestens hier wurde die Toleranz für die Aufklärung zu einem eigenständigen Wert. Die Bürger wollten sich irren dürfen, auch wenn es der Herrscher besser wußte.

Notwendige Grenzen der Toleranz

Bisher bewegen wir uns aber noch in dem rein geistigen Bereich einer Gesellschaft. Hier, ab einer gewissen kulturellen Reife Toleranz zu fordern ist mit Sicherheit nichts Verkehrtes. Anders sieht es aber aus, wenn die Toleranz nun auf den Bereich der Politik übergreift. Denn hier berührt man unmittelbar die Mechanismen der Gesellschaft. Und man merkt rasch, die Toleranz muß auch ihre Grenzen haben. Denn eine notwendige Aufgabe von Herrschaft besteht darin, diese Herrschaft auch zu sichern.

Ob nun ein Alleinherrscher seine persönliche Macht festigt, oder die Gemeinschaft der Freien und Gleichen die Republik verteidigt, allen Herrschaftsformen gemein ist es, daß sie ihre eigene Existenz sichern müssen. Ebenso, wie ein Mensch essen muß, so muß ein Herrscher seine Herrschaft erhalten. Sonst können sich beide gleich in die Grube legen und den zerstörenden Kräften ihren Lauf lassen. Daher stieß bisher noch jede Forderung nach Toleranz rasch an ihre Grenze, stellte sie die Gesellschaft in Frage.

So stand beispielsweise die deutsche Regierung einer aufkommenden sozialen Bewegungen solange tolerant gegenüber, bis sie ihre Herrschaftsgrundlage gefährdet sah. Dann erst gab es das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“. Noch lange nachdem das Parteiverbot wieder aufgehoben wurde, mußten sich Sozialdemokraten rechtfertigen, daß sie keine „vaterlandslosen Gesellen“ seien, daß sie Deutschland lieben und nicht insgeheim seine Abschaffung betreiben würden.

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