Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

NSA: Schluß mit dem Gejammer!

Nein, es kommt nicht total überraschend, daß wir nun alle von den großangelegten Abhör- und Datenklauaktionen fremder Mächte hier in der BRD wissen. Und nein, es ist nicht mehr als reine Heuchelei, wenn unsere verantwortungsbewußte classe politique nun Zeter und Mordio schreit, eine „lückenlose Aufklärung“ oder doch zumindest eine „Entschuldigung“ fordert – bei wem eigentlich? Bei der schlagartig sehr zappelig gewordenen Bundesregierung? Dem Innenminister, der nach dem Durchstechen der sensiblen NSA-Daten wie ein dummer Junge dasteht? Sicherlich nicht dem Wahlvolk gegenüber; das braucht sich ohnehin keine Sorgen zu machen, da das Internet für uns alle ja „Neuland“ darstellt.

„Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“ – so lautet Hanlon’s Razor, und da wir ja alle im Grunde harmoniebedürftige Bundesbürger sind, verhalten wir uns dementsprechend. Es ist ja auch vollkommen plausibel, daß einfach nie (oder zumindest nach der Wende nicht mehr) jemand auf verantwortlicher Ebene darüber nachgedacht hat, daß vielleicht auch uns die Datensammelwut des angloamerikanischen Geheimdienstmolochs treffen könnte. Und was diese Sache mit dem „Partner dritter Klasse“ und potentiellen Angriffsziel angeht, so ist das natürlich kraß übertrieben, vielleicht sogar sarkastisch gemeint. Ungefähr so, wie die Feindstaatenklausel(n) in der UN-Charta. Die braucht man heutzutage ja sicher nicht mehr ernst zu nehmen, sonst hätte sich doch bestimmt schon längst mal eine Bundesregierung darum bemüht, sie aus der Welt zu schaffen.

Nun aber genug des Galgenhumors. Es mag einen zwar mit einer ansatzweise garstigen Freude erfüllen, zu sehen, wie sich die hiesigen Vasallen unserer „Freunde und Partner“ nun winden und einander im Kreischen nach Konsequenzen zu überbieten suchen. Daß sich letzten Endes irgendetwas auch nur um ein Iota verändern wird, kann man sich wohl getrost aus dem Kopf schlagen. Immerhin wurde schon begonnen, dem dummen Stimmvieh zu erklären, daß das alles nur zu seinem besten sei und der Abhörapparat letztlich nur eine Abteilung des öffentlichen Dienstes darstelle. Andererseits – wer wirklich geglaubt hat, die Herren Amerikaner würden ihr auf deutschem Boden stehendes Personal und die teilweise diesbezüglich erheblich vorbelasteten Anlagen nur zu unserem besten, gegen irgendeinen auswärtigen Feind und den „Kampf gegen Terror“ nutzen, der hat es irgendwo auch nicht anders verdient. Seit über dreißig Jahren beschäftigen sich Romane, Filme, Videospiele usf. mit Szenarien der perfekten Überwachung, gerade durch die NSA (siehe exemplarisch Enemy of the State von 1998), und nun drehen alle durch, weil sich das Ganze als Realität herausstellt?! Ich muß doch sehr bitten!

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