Burschen, heraus aus dem Bunker!

Alle Jahre wieder: Vor dem Burschentag der Mitgliedsbünde der Deutschen Burschenschaft in Eisenach wird in linken und linksliberalen Medien die Diffamierungstrommel gerührt. Nils Wegner hat dazu an dieser Stelle bereits ausführliche Anmerkungen gemacht. Oben auf dem Programmzettel steht in diesem Jahr der „Fall Weidner“, die genüßlich ausgeschlachtete hausgemachte Pseudo-Affäre um einen internen Diskussionsbeitrag des Schriftleiters der „Burschenschaftlichen Blätter“.

So berechtigt die Kritik an den diffamierenden Medientreibjagden ist – man kann beim Beklagen dieser unfairen Methoden nicht stehenbleiben. Denn die von Nils Wegner zutreffend beobachtete „fundamentale Entsolidarisierung“ nicht nur zwischen den Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft, sondern auch zwischen Bundesbrüdern ein und derselben Verbindung ist nicht allein auf den Druck medialer Hetzkampagnen zurückzuführen. In ihr manifestiert sich nicht zuletzt eigene Lageignoranz und Politikunfähigkeit.

Dabei hätten die Burschenschaften, die vor allem im ersten Viertel ihrer bald zweihundertjährigen Geschichte den deutschen Volks-, Nationalstaats- und Freiheitsbegriff maßgeblich geprägt haben, ihrem Vaterland gerade heute, im Zeitalter von EU-Globalisierung, Migration und Schuldkult, wichtige Impulse zu geben. Wer ist berufener, denen, die die gesamte deutsche Geschichte in ein Verbrecheralbum umwandeln, eine positive, identitätsstiftende Nationalerzählung entgegenzusetzen, als gerade die Burschenschaftsbewegung?

Freiheit, Demokratie und Nation als burschenschaftliches Erbe

Die ersten Kapitel der deutschen Freiheitserzählung, die die Burschenschaften als Speerspitze der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung in den Befreiungskriegen und im Vormärz geschrieben haben, lassen sich über den republikanischen Verantwortungspatriotismus des Burschenschafters Stresemann und den 20. Juli 1944 zwanglos über den 17. Juni 1953 und den Mauerfall 1989 bis in unsere Tage fortschreiben.

Daß Freiheit, Demokratie und Nationalstaat zusammengehören, ist genuin burschenschaftliches Erbe, das heute aktueller ist denn je. Warum verkriechen sich da die einen im geistigen Bunker, hängen Großmachtphantasien vergangener Jahrhunderte nach oder spielen die fruchtlosen Debatten frustrierter Wehrmachtsleutnants der fünfziger Jahre nach, ob die Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime „Verräter“ waren? Und warum biedern sich die anderen mit platten Scheinanalogien der Marke – früher wollten Burschenschafter die deutsche Kleinstaaterei überwinden, heute die europäische – beim Zeitgeist an, statt die Freiheit der Völker gegen das neue Fürstenregiment der Eurokraten zu verteidigen?

Die Deutsche Burschenschaft ist eine der letzten großen gesellschaftlichen Kräfte, die noch am volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff festhält. Sie bekennt sich „zum deutschen Vaterland als der geistig kulturellen Heimat des deutschen Volkes“, wobei sie unter dem Volk eine Abstammungsgemeinschaft versteht (wie übrigens das Grundgesetz dem Buchstaben nach auch), die „durch gleiches geschichtliches Schicksal, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache verbunden“ ist.

Die Burschenschaften könnten in der Integrationsdebatte punkten

Wer den Unterschied zwischen Volk und (Staats-)Nation kennt, zwischen Abstammungs-, Sprach- und Kulturgemeinschaft einerseits und der Gesamtheit der Staatsbürger als Souverän andererseits, wer weiß – und in der Gemeinsamkeit deutscher und österreichischer Bünde tatsächlich lebt –, daß beides nicht notwendig deckungsgleich ist, könnte auch in der Integrationsdebatte ganz andere Wege weisen als einfältige Multikulturalisten, die alle Unterschiede und Schwierigkeiten leugnen und für die „Deutscher“ nur ein technischer Begriff für den Bewohner eines bestimmten Territoriums ist.

Der Vorsprung wird allerdings verspielt, wenn die einen daraus lagevergessene starre Rechthaberei unter der Käseglocke machen und im eigenen Mikrokosmos einem Sohn chinesischer Eltern, der sich als deutscher Patriot bekennt und den Willen zur Einschmelzung in die deutsche Schicksalsgemeinschaft glaubhaft bekundet hat, die Türe weisen wollen, während ringsum ganze Heerscharen orientalischer Einwanderer in offener Verachtung des Vorgefundenen unser Land umkrempeln; und wenn die anderen sich mit oberflächlichen Multikulti-Phrasen  um die anspruchsvolle Auseinandersetzung mit den Konsequenzen aus dem eigenen Erbe herumdrücken oder sich gar als „antifaschistische“ Wasserträger und Hilfsdenunzianten den gesellschaftlich Mächtigen andienen.

Die einen wie die anderen liefern dem Gegner willkommene Munition und machen die Burschenschaftsbewegung impotent. Ihre drohende endgültige Zerreibung zwischen Sektierertum und Zeitgeistkonformismus wäre ein tragischer Verlust für Deutschland. Burschen, heraus aus dem Bunker!

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