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Wenn der Schutzmann zweimal klingelt

Grundsätzlich bin ich ein Freund der Polizei. Die nicht leichte Arbeit der Polizisten auf Deutschlands Straßen schätze ich, denn sie leisten Dienst für uns und unser Land. Selber habe ich eine Nachtschicht bei einer Polizeidirektion begleitet, bei der „wir“ beschimpft und angegriffen wurden. Und gerade deswegen bin ich immer wieder überrascht, was man mit manchen Polizisten erleben kann.
 
Während des Studiums in Marburg waren Studienkollegen und ich in einer Kneipe, wo man mehr trinkt als ißt. Ein Freund wurde im Laufe des Abends in der Gaststätte mit einer Bierflasche beworfen, und es entwickelte sich auch noch eine handfeste Schlägerei zwischen anderen Zechern. Die daraufhin alarmierte Polizei kam erst einmal nicht. Erst nach einem zweiten Anruf fuhr man nach gut einer Viertelstunde mit vier Polizisten in zwei Fahrzeugen vor. Diejenigen, die den Streit begonnen und die Körperverletzungen begangen hatten, waren schon ungefähr 50 Meter von der Gaststätte entfernt, aber noch in Sichtweite.

Beim Eintreffen der vier Beamten sagte ich allen Polizisten, daß die Täter auf der gegenüberliegenden Straßenseite seien und gerade (langsam) davongingen. Den Beamten war dies offensichtlich egal und sie betraten erstmal die Kneipe, kamen dann aber nach gut zwei Minuten schnell wieder heraus und fragten, wo denn die Personen seien, die gerade die Kneipe verlassen hatten. Diese waren natürlich in der Zwischenzeit spurlos verschwunden.

„Ach, Sie wollen uns das wohl vorhalten?“

Auf meine Kritik, wie dämlich dieses Vorgehen war, hatte man mir direkt erwidert: „Ach, Sie wollen uns das wohl vorhalten?“ Gut fünf Monate später durfte ich sechs Fotos von Verdächtigen ansehen. Der Täter war nicht dabei. Das war dem Beamten aber nicht Recht, denn der Täter sei seiner Meinung nach dabei und jetzt liege es an mir, diesen zu erkennen. Meine Antwort, er „könne sich ja selber einen aussuchen“, denn ich sei der Meinung, der Täter sei nicht dabei, quittierte er mit einem mürrischen: „Dann halt nicht!“
 
In diesem Jahr bei einem Berlinbesuch sahen eine Freundin und ich, wie Samstagabend ein junger Mann von zwei südländisch aussehenden Männern auf dem Kurfürstendamm niedergeschlagen wurde. Beide Täter flüchteten in getrennten Autos, ein Fahrzeug hatte ein Kennzeichen aus der Schweiz, das andere Fahrzeug stammte aus Berlin. Telefonisch meldete ich mich beim Notruf „110“ und wollte unverzüglich die Kennzeichen durchgeben, da ich sie mir nicht aufschreiben konnte und die Täter gerade davonfuhren.

Das klappte allerdings nicht, da der Beamte nicht in der Lage war, sofort zwei Kennzeichen zu notieren. Ich mußte diese fünf Mal (!) wiederholen. Als ich danach sagte, daß seien die Täter der Körperverletzung vor dem Hard Rock Café auf dem Kurfürstendamm von vor zehn Minuten gewesen, sagte er mir, mit dieser Information könne er „nichts anfangen“, denn er wisse nicht, wo das Hard Rock Café in Berlin auf dem Kurfürstendamm sei. Ich müsse ihm schon eine Hausnummer nennen. Man arbeite bei der Polizei in Berlin halt mit Hausnummern.

Ein nonfiktionaler Dialog mit einem Polizeibeamten

Vor vier Tagen klingelte um 7.45 Uhr früh mein Mobiltelefon in Gießen und ein Mann meldete sich. Er stellte sich als Beamter der Polizeidirektion Coburg vor, und es entwickelte sich folgender Dialog, den ich hier aus meiner Erinnerung sinngemäß wiedergeben möchte:

Polizist: „Guten Tag, ich suche Ihren Mieter. Ich bin hier direkt vor dem Haus in der XY-Straße, Hausnummer 2.“

TW: „Schön, aber mir gehört dort die Hausnummer 1.“

Polizist: „Ja, da bin ich ja auch. Ich habe mit meinen Kollegen bei einem anderen Mieter geklopft.“

TW: „Warum klopfen Sie denn bei einem anderen Mieter?“

Polizist: „Ach, wir haben gedacht, naja, es war wohl die falsche Wohnung.“

TW: „Das glaube ich gerne, Sie wissen ja nicht einmal, vor welchem Haus mit welcher Hausnummer Sie stehen.“

Polizist: „Doch, das weiß ich, vor der Hausnummer 2. Wissen Sie, wo Ihr Mieter wohnt?“

TW: „Ja, weiß ich. Ich bin ja auch sein Vermieter, wie Sie wissen. Warum wollen Sie das denn wissen?“

Polizist: „Wir haben einen Haftbefehl.“

TW: „Schön. Wenn Sie zu meinem Mieter wollen, gehen Sie zunächst einmal zur Hausnummer 1.“

Polizist: „Da bin ich doch.“

TW: „Sie sagten gerade, daß Sie bei der Hausnummer 2 stehen.“
Polizist: „Aber wir stehen doch schon vor Ihrem Haus.“

TW: „Gut. Aber dann stehen Sie vor der Hausnummer 1. Sie stellen sich jetzt vor die Haustür des Treppenhauses und …“

Polizist unterbricht: „Da kommen wir jetzt nicht mehr rein, … in das Treppenhaus, der andere Mieter hat nämlich die Tür wieder zu gemacht!“

TW: „Sie müssen doch dort auch gar nicht rein.“

Polizist: „Doch, wir suchen doch Ihren Mieter.“

TW laut werdend: „Hören Sie mir doch zu. Sie müssen da nicht rein. Meine Güte, Sie wenden sich einfach nach links, dort ist auch noch eine Tür und dort wohnt derjenige, den Sie suchen.“

Polizist: „Hier ist ja noch eine Tür.“

TW: „Ach ne!“

Polizist: „Und jetzt? Ist jemand da? Ist Ihr Mieter in der Wohnung?“

TW genervt und laut: „Das weiß ich doch nicht. Sie stehen doch dort vor der Tür. Ich empfehle, dort zu klingeln oder mal durch das Fenster zu gucken. Meine Güte!“

Polizist: „Aber die Jalousien sind doch unten!“

TW: „So ein Pech, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Ich lege jetzt auf!“

Nach alledem muß ich anmerken, daß der Polizist schon einen Tag vorher meine Mutter befragte und eine genaue Beschreibung bekam. Und der Haftbefehl soll wohl erlassen worden sein wegen eines Bußgelds in Höhe von 145 Euro.

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