Die neuen Priester

„Mir macht es große Sorge, wenn ich sehe, welche neuen Priester da geweiht werden.“ So etwas konnte ich jetzt schon häufiger aus dem Mund liberaler Katholiken hören. In den meisten Diözesen finden um das Hochfest „St. Peter und Paul“ am 29. Juni herum die Priesterweihen statt. Anfang Juli feiern dann die Neupriester ihre Primiz; so wird der festliche erste Gottesdienst mit der Heimatgemeinde genannt, der mit dem begehrten Primizsegen verbunden ist.

Die Zahl der Weihekandidaten hat sich heute auf sehr niedrigem Niveau weitgehend stabilisiert. Aber es ist tatsächlich unübersehbar, daß da eine neue Generation von Priestern heranwächst mit einem gegenüber früher gewandelten Priesterbild. War noch vor zwanzig oder dreißig Jahren eine romkritische Einstellung und ein legeres Auftreten der Normalfall, so schwindet dieser Typus, der vorwiegend zeigen wollte, daß er „auch ein Mensch“ ist, heute immer mehr.

Unübersehbar nimmt die Zahl konservativer Priester im jüngeren Klerus zu. Sie tragen wieder gerne die priesterliche Kleidung, lieben die Meßfeier in lateinischer Sprache und den Gregorianischen Choral. Das römische Lehramt und die kirchlichen Richtlinien werden plötzlich auch in Deutschland wieder verteidigt. Worte wie Sünde, Buße, Beichte und Opfer tauchen nach jahrzehntelanger Absenz wieder in den Predigten auf.

Wo katholisch drauf steht, muß auch katholisch drin sein

Da hat tatsächlich ein Wandel stattgefunden, der von einem antirömischen und damit antikatholischen Klientel, das sich in der Kirche immer mehr breit gemacht hat, selbstverständlich kritisch beäugt wird. Jene, die noch vor kurzem vom notwendigen Wandel gesprochen haben und davon, daß man die Zeichen der Zeit erkennen müsse, sind plötzlich irritiert. Den Wandel darf es natürlich nur in eine Richtung – nämlich in Richtung Liberalisierung und Aufweichung – geben! Und was die „Zeichen der Zeit“ sind, kann uns nur der mittlerweile in die Jahre gekommene liberale Klerus sagen, keineswegs aber die jungen Priester von heute!

Der Schuß der Kirchenreformer scheint wirklich nach hinten losgegangen zu sein. Wer sich heute für den Priesterberuf entscheidet, hat sich in einer oft glaubensfeindlichen Umgebung stark behaupten müssen.

In einer von Liberalismus, Individualismus, Relativismus und Hedonismus geprägten Gesellschaft sieht er die Kirche als Fels in der Brandung und weiß, für welche Inhalte und Ziele er sich entschieden hat. Für ihn ist klar: Wo katholisch drauf steht, muß auch katholisch drin sein.

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