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Unglaubwürdige Emanzipation

Frauen wollen emanzipiert und gleichberechtigt sein, aber wenn es um die unangenehmen Dinge und die sogenannte Drecksarbeit geht, dann stellen sie sich gerne dumm, hilflos und unbedarft da – und schicken ihre Männer vor. Ich muß gestehen, ich bin da keine Ausnahme – was die Sache aber nicht besser macht.

Als unser Umzug vor der Tür stand, hat mir mein Mann eines Abends seine Bedenken geäußert: Er wisse nicht, wie wir das alles mit den zur Verfügung stehenden Mittel stemmen sollten. „Ach, das kriegen wir schon hin“, sagte ich ein wenig überheblich. Ich wußte nicht, was das Problem sein sollte. Bisher hatten wir noch jeden Umzug geschafft.

„Du verstehst einfach nicht wie viel Arbeit das bedeutet. Das meiste bleibt ja eh an mir hängen“, antwortete er. Das wollte ich natürlich nicht glauben, schüttelte den Kopf und war ein bißchen beleidigt. Tja, der Umzug hat mich eines besseren belehrt. Und einiges über Frauen.

Angenehme Ungleichbehandlung

Ich habe zwar alles gepackt und ausgepackt, geputzt und geschrubbt, für die Verpflegung der Umzugshelfer gesorgt und mich um das Kind gekümmert. Dennoch muß ich gestehen, daß ich nicht einmal am Umzugstag außer Puste gekommen bin und am nächsten Tag keinen Muskelkater hatte – ganz im Gegensatz zu den Männern, die die ganzen Kisten und Möbel geschleppt hatten.

Ich kann nicht gerade sagen, daß ich unglücklich über diese Ungleichbehandlung war und irgendwie schien dies auch für alle Beteiligten selbstverständlich.

Selbstverständlich für Männer scheinen aber nicht nur die körperlich anstrengenden Arbeiten zu sein, sondern ebenfalls die unangenehmen, die ein wenig mehr Mut und offene Konfrontation verlangen. Denn obwohl Frauen heute im gleichen Ring mit denselben Bandagen kämpfen wollen, steigen sie meistens aus, wenn es zu heiß wird – und überlassen das Entscheidende den Männern.

Schwach und peinlich

Dies habe ich nicht nur ein Mal während des Umzugs erfahren müssen und zwar als uns zwei Nachmieter für die alte Wohnung abgesprungen sind. Beide Male hatte ich mit den Frauen verhandelt und kein Wort mit ihren Ehemännern gewechselt, die offenbar die Wohnungssuche und Entscheidungsfreiheit den Frauen überlassen hatten.

Doch als die unangenehme Nachricht übermittelt werden sollte, daß sie die Wohnung trotz vorher fest versicherter Zusage doch nicht nehmen, schoben die Frauen ihre Männer vor. In beiden Fällen teilte mir der jeweilige Ehemann sein Bedauern mit, daß man sich leider nicht an die getroffene Vereinbarung halten könne.

Schwach und peinlich ist das. Nicht, weil wir Frauen das, was die Männer machen, nicht auch können, sondern, weil wir uns selbst etwas vormachen: Wir glauben alles im Griff zu haben, vertrauen aber dann im entscheidenden Moment meistens doch auf die Hilfe des Mannes. Das macht die Emanzipation nicht gerade glaubwürdig.

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