Streiflicht

Das Fanal von Paris

Demo_Paris
Massendemonstration in Paris zur Verteidigung der traditionellen Ehe und Familie Foto: Youtube

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen sind am vergangenen Wochenende in Paris Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um für die Verteidigung der traditionellen Ehe und Familie zu demonstrieren. Ein Aufschrei gegen die Politik des sozialistischen Präsidenten François Hollande.

Nach Angaben der Veranstalter sollen es 1,4 Millionen, nach Schätzungen der Polizei 300.000 Bürger gewesen sein, die die Straßen am Triumphbogen in einem Sternmarsch füllten. In eindrucksvoller Weise gelingt es hier einem Bündnis bürgerlicher Kräfte in Frankreich, gegen eine linke Gesellschaftspolitik zu mobilisieren.

Ob sich bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen in der französischen Nationalversammlung das Projekt der totalen rechtlichen und finanziellen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der traditionellen Ehe stoppen läßt, darf bezweifelt werden.

Gesellschaftlicher Konsens als dreiste Lüge

Dennoch konnten die demonstrierenden Massen deutlich machen, daß das Gerede von einem gesellschaftlichen Konsens in dieser Frage eine dreiste Lüge ist. Einer kleinen, extrem gut vernetzten Minderheit gelang es – protegiert von linksliberal dominierten Medien –, ein Beispiel für metapolitische Machtergreifung zu geben. Obwohl eine erdrückende Mehrheit aus traditionellen Verhältnissen kommt und diese bewahrt sehen möchte, lassen sie sich nötigen, an ihrer Beseitigung mitzuwirken. Bis jetzt!

In Deutschland nun ist uns eine so kraftvolle Mobilisierung eines konservativ-liberal-bürgerlichen Mileus wie in Frankreich unbekannt. Die Unionsparteien stolpern der rot-grünen Politik der Gesellschaftsveränderung bei den Themen Homo-Ehe, Gender Mainstreaming, Frauenquote und Familienpolitik mit latent schlechtem Gewissen hinterher, immer ängstlich bemüht, nicht als reaktionärer Spielverderber von linken Gouvernanten in den Medien in die Ecke gestellt zu werden.

Atemberaubend

Insofern ist es regelrecht befreiend, daß wir derzeit wenigstens beim Thema Euro-Kritik in Deutschland so etwas wie die Anfänge einer politischen Tendenzwende erleben. Wie es der „Alternative für Deutschland“ gelungen ist, eine ansonsten undurchdringliche mediale Schweigespirale zu durchbrechen, ist atemberaubend.

In Frankreich wird die Abwehr des linken Establishments gegen die bürgerliche Protest-Bewegung härter. Mit rigiden Auflagen versuchte man, den Spielraum der Demonstranten einzuschränken, schließlich ging die Polizei am Rande mit „großer Härte“ (Süddeutsche Zeitung) gegen einzelne Protestierer vor.

Bezeichnend für die Kräfteverhältnisse in den Medien ist, wie die französischen Massenproteste hierzulande kaum Thema waren: Meist war das Ganze lediglich eine Kurzmeldung wert, während Berichte über kleine linke Proteste regelmäßig die Titelseiten füllen. So läuft Politik!

JF 14/13

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