Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!
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Streiflicht
 

Die demographische Quittung

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Die demographische Krise führt zu Altersarmut Foto: Pixelio/Uschi Dreiucker

Großes Echo löste die Idee von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen aus, künftige Altersarmut von Rentnern durch eine staatlich finanzierte „Zuschußrente“ zu mildern. Überraschend kann es indes nicht sein, daß die Renten sinken werden.

Denn: Unser Volk stirbt, oder wie Thilo Sarrazin es in seinem Bestseller formulierte: „Deutschland schafft sich ab.“ Politiker, die seit Jahrzehnten gewohnt sind, Wahlen zu gewinnen, indem sie sich mit Wahlgeschenken überbieten und mehr ausgeben, als der Staat eingenommen hat, scheitern, den Bürgern die Wahrheit zu sagen, daß künftig immer weniger zu verteilen sein wird.

Der Kuchen wird kleiner

Es ist für einen Rentner, der sein Leben lang in die Sozial-versicherung eingezahlt hat, schwer zu verstehen, weshalb die Rente stagniert und künftig durch wachsende Besteuerung, neue Abgaben und Inflation sinken wird. Das ganze Modell der Rentenversicherung – ob staatlich umlagefinanziert oder privat kapitalgedeckt – florierte eben nur so lange, wie der zu verteilende Kuchen wuchs.

Künftig wird aufgrund der demographischen Entwicklung die Zahl der Beitragszahler kontinuierlich dramatisch fallen, während mit dem Marsch der geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter die Zahl derjenigen wächst, die Ansprüche auf Renten- und Pensionszahlungen geltend machen. Jedes Kind kann schnell begreifen, daß der Kuchen und die Kuchenstücke zwingend kleiner werden.

Insofern ist es unbegreiflich, wenn wir die Konsequenzen aus dieser Lage immer weiter in die Zukunft verschieben. Es ist ein Fall kollektiver Verantwortungslosigkeit, wenn Politiker Rentner an die Wahlurne locken wollen, indem sie neue Leistungen versprechen, die letztlich wieder nur mit neuen Steuern oder Schulden bezahlt werden, die künftige Generationen begleichen sollen.

Zerstörung durch totale Relativierung

Im Kontext der demographischen Katastrophe ist es deshalb empörend, daß wir uns eine völlig überflüssige, dekadente Luxusdebatte um die „Homo-Ehe“ leisten zu können glauben. Wenn etwas Politik, Kirchen, Journalisten, die ganze Gesellschaft von morgens bis abends beschäftigen müßte, dann die Frage, wie junge Menschen ermutigt werden können, Familien zu gründen, Kinder in die Welt zu setzen und sie verantwortungsbewußt zu erziehen. Nichts anderes.

Stattdessen arbeiten wir in Deutschland systematisch an der Zerstörung der traditionellen Familie durch totale Relativierung. Insofern ist es eigentlich nur zu bedauern, daß die Quittung für diese Politik des kollektiven Selbstmordes nicht zuerst die Generation trifft, die sowohl individuell als auch gesellschaftspolitisch die Weichen dazu gestellt hat. Erst langsam beginnt es uns wieder zu dämmern, daß am Schluß nicht Selbstverwirklichung zählt, sondern Familie, Kinder und Treue.

JF 37/12

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