Man kann diese Geschichte natürlich auch anders erzählen. Als modernes Märchen. Als Tragödie mit eindeutig verteilten Rollen. Als Lehrstück über „strukturelle Gewalt“, über „marginalisierte Gruppen“, über eine Frau, die mit ihrer Frau unterwegs war. LGBTQ, Mutter von drei Kindern, von denen zwei nicht bei ihr lebten – das volle Set moralischer Aufladung. Man kann das tun. Man tut es ja auch gerade mit großer Begeisterung.
Man kann aber auch bei der Wirklichkeit bleiben. Und die ist ganz anders.
Eine Frau fährt mit einem Auto auf Exekutivbeamte zu. Nicht auf irgendwen, sondern auf einen bewaffneten ICE-Agenten. Auf einen Mann also, dessen Beruf darin besteht, Gesetze durchzusetzen. Und der jeden Tag damit rechnen muß, daß jemand genau das tut: fliehen, rammen, durchbrechen, eskalieren. Wer in dieser Situation Gas gibt, provoziert nicht „ein Mißverständnis“. Er setzt eine Eskalationskette in Gang. Und die endet nicht mit einer Diskussion über Pronomen.
Video aus der Sicht des ICE-Agenten
Das ist FAFO. Fuck around, find out. Eine brutale, aber zutreffende Kurzformel für eine simple Wahrheit: Handlungen haben Konsequenzen. Gerade dann, wenn sie sich gegen bewaffnete Staatsgewalt richten.
Stattdessen wird die Wirklichkeit verbogen. Dabei existiert ein Video, das jeder sehen kann: Die Partnerin steht vor dem Auto, filmt, provoziert die Beamten. Die beiden Frauen sind nicht zufällig dort, sie sind dort, um die Amtshandlung zu stören. Um die Abschiebungen von illegalen Migranten zu verhindern. Dann der entscheidende Moment: ein Zuruf – „Fahr, Baby! Fahr!“ – und das Auto setzt sich in Bewegung. Direkt auf den Beamten zu. Hart. Unmißverständlich. In diesem Augenblick ist alles gesagt. Der Schuß ist eine Reaktion. Keine Willkür, sondern Notwehr.
Wer mit einem Fahrzeug auf einen ICE-Agenten zufährt, benutzt sein Auto als Waffe. Punkt. Alles, was danach folgt – das Moralisieren, das Umetikettieren, das Heranziehen von Identität statt Handlung –, ist nichts anderes als der Versuch, eine klare Abfolge von Ursache und Wirkung zu leugnen.
BREAKING: Alpha News has obtained cellphone footage showing perspective of federal agent at center of ICE-involved shooting in Minneapolis pic.twitter.com/p2wks0zew0
— Alpha News (@AlphaNews) January 9, 2026
Auch Polizisten haben ein Recht auf Leben
Polizisten – oder hier eben ICE-Beamte – sind keine Requisiten in gesellschaftspolitischen Erzählungen. Sie sind auch keine moralischen Punchingbags, auf die man losfahren kann, um danach posthum eine Kampagne zu starten. Wer sie frontal konfrontiert, weiß – oder müßte wissen –, was passiert. Vor allem in den USA. Da gibt es keine Regenbogenregel, keine Sondermoral, keinen Bonus für die richtige Gesinnung.
Das eigentlich Erschreckende an der Geschichte ist deshalb nicht das Handeln der Beamten, sondern der geistige Zustand jener, die es kommentieren. Teile der radikalen Linken haben sich den normalen Menschenverstand systematisch abtrainiert. Ursache und Wirkung gelten dort nur noch selektiv. Verantwortung wird ausgelagert, Realität uminterpretiert. Wer eskaliert, gilt als Opfer – solange er die richtigen politischen Marker trägt.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Lehre dieser Geschichte: Man kann sich ideologisch noch so weit von der Wirklichkeit entfernen – sie holt einen trotzdem ein. Wer FA sagt, muß auch FO ertragen.






