Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel im ARD-Interview Foto: picture alliance / Xinhua News Agency | Shan Yuqi

Kanzlerin zum Impfchaos
 

Raumschiff Merkel

Der Funkkontakt zur Realität ist im Raumschiff Merkel endgültig abgerissen. Letzte Zweifel beseitigt das „Interview“ der Bundeskanzlerin – tatsächlich eher eine hoheitliche Verlautbarung mit Unterstützung zweier devoter Regierungsfunk-Assistenten –, das der Zwangsgebührensender ARD gestern abend zur besten Sendezeit ausstrahlte.

Wer die gerade mal fünfzehn Minuten in narkotisierender Merkel-Primitivdiktion durchgehalten hat – immerhin das erste Interview der Kanzlerin, seit sie letztes Jahr dem Fanmagazin des Staatskonzerns Deutsche Bahn für ein paar huldvolle Banalitäten zur Verfügung stand –, der hat erfahren, daß die Bundesregierung in der Corona-Politik noch immer keinen Plan hat, daß sie aber nichts falsch gemacht hat und insbesondere bei der total verbockten und viel zu späten Impfstoffbestellung durch die EU „im großen und ganzen nichts schiefgelaufen“ ist.

Impf-Wunderwaffe mit Ladehemmung

Na gut, daß andere Länder schneller sind, das „wurmt“ sie schon; aber deren Regierungen denken ja auch zuerst an das Wohl der eigenen Bürger, und das würde der Weltkanzlerin Merkel doch niemals einfallen.

Daß die Impf-Wunderwaffe Ladehemmung hat, ist wieder mal höhere Gewalt und der Impfstoffmangel quasi alternativlos. Die „europäische Lösung“, die den Mangel erst verursacht hat, war dagegen „allemal richtig“. Bleiben die Bürger halt noch etwas länger eingesperrt und sollen sie eben noch länger auf die Wiederherstellung ihrer Grundrechte warten.

In Merkels Welt sind Bürgerrechte schließlich keine Verfassungsrechte, sondern „neue Freiheiten“, die die Obrigkeit nach Gutdünken zuteilt oder kassiert.

Weltfremd

Und wenn die nicht spuren und sich etwa nicht freiwillig impfen lassen, droht Merkel in ihrer berüchtigten Kindergartensprache, dann dürfen die eben „bestimmte Dinge“ nicht machen. Die sollen sich nicht so haben und noch „eine Weile“ den Mund halten und „durchhalten“. Für zigtausende Selbständige, Einzelhändler und Gastronomen, die jetzt schon vor der Pleite stehen, ist das sicher ein schöner Trost.

Weltfremder als Merkels verquastes Gerede können auch die letzten Verlautbarungen des SED-Politbüros aus dem Wandlitzer Nomenklatura-Ghetto nicht gewesen sein. In nur einer Viertelstunde hat die Kanzlerin vorgeführt, was sie alles nicht versteht. Die Lebenswirklichkeit von Familien und Kindern, die im Dauer-Lockdown verzweifeln, läßt sie genauso kalt wie der Ruin großer Teile der mittelständischen Wirtschaft; und das Grundgesetz samt dem Verfassungsprinzip der Grundrechtsgarantie hat sie offenkundig bis heute nicht verstanden.

Fragt sich nur, wie lange die Deutschen ihr das noch durchgehen lassen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im ARD-Interview Foto: picture alliance / Xinhua News Agency | Shan Yuqi
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