Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Impfen von Kindern, Kammpf gegen Hate Speech und Chat-Spionage
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Sogar die Kleinsten sollen sich jetzt unbedingt impfen lassen. Dafür werben Politik und Medien fröhlich weiter, auch nach dem Tod eines zwölfjährigen Kindes in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung, der in dieser Woche bekannt wurde. Dabei bietet der erschütternde Fall ausreichend Anlaß zum nachdenken. Die Journalistin und Mietrednerin Jeanne Rubner dagegen hielt noch am Abend des Tages, an dem der Fall des toten Kindes aus Cuxhaven Schlagzeilen machte, in ihrem Kommentar für die ARD-„Tagesthemen“ ein glühendes Plädoyer für die Kinderimpfung.

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Viele ihre Journalisten-Kollegen schlossen sich ihr an. Obwohl selbst offizielle Stellen einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und dem Tod des Kindes als sehr wahrscheinlich ansehen. Wenn sie sich in ihren Berichten überhaupt mit der Tragödie von Cuxhaven beschäftigt haben, dann nur, um das tote Kind als Aufhänger zu nutzen, um den verunsicherten Eltern zu „erklärten“, warum die Impfung für ihren Nachwuchs dennoch sicher und für die Allgemeinheit sinnvoll ist. Das Kind, so eines der Argumente, habe schließlich unter Vorerkrankungen gelitten. Auch wenn diese Information richtig ist, sollte dabei nicht vergessen werden, daß die Impfung ja gerade für Kinder mit solchen Vorerkrankungen besonders empfohlen wird.

Viele der Befürworter der Kinderimpfung verweisen gern darauf, es käme doch extrem selten vor, daß die Impfung tatsächlich zum Tode führt. Was spreche also gegen den kleinen Piecks? Dieses „geringe“ Risiko sollten Eltern sich und ihrem Kind doch bitte zumuten. Schließlich könnten die Kinder durch die Impfung dazu beitragen, daß sich das Virus nicht weiter unter der Bevölkerung verbreitet und der Gesellschaft damit einen wertvollen Dienst erweisen.

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Hate Speech

Ein bißchen erinnert die Argumentation der Gesundheitskollektivisten an den Opferkult früherer Zeiten, in denen die Menschen ihren erstgeborenen Sohn oder ihre jungfreudige Tochter hingaben, um die Götter zu besänftigen und große Gefahren wie das Herabfallen des Himmels abzuwehren.

Daß wir überhaupt auch aus größeren Medien von dem toten Jungen aus Cuxhaven erfahren haben, lag übrigens in erster Linie daran, daß sich die politisch Verantwortlichen vor Ort durch bereits aufgekommene Gerüchte in den sozialen Medien zu ihrem Schritt an die Öffentlichkeit genötigt sahen. 2015 läßt grüßen. Über die Dunkelziffer kann man in Anbetracht dessen nur spekulieren.

Die Verbreitung von Inhalten, die die Obrigkeit lieber unter den Teppich kehren würde, könnte in Zukunft allerdings noch deutlich schwieriger werden, als das im Zeitalter von NetzDG und Cancel Culture sowieso schon der Fall ist. Eifrige Tüftler arbeiten bereits an Programmen, die dem sogenannten Hate Speech im Netz noch schneller und effektiver Einhalt gebieten sollen.

Was bislang häufig schon Juristen schwer fällt, nämlich darüber zu entscheiden, was gegen die offiziellen Community-Richtlinien des jeweiligen Sozialen Netzwerks verstößt oder gegebenenfalls sogar tatsächlich juristisch relevant und damit zu löschen ist, soll dann vollautomatisiert mit Hilfe von „Künstlicher Intelligenz“ geschehen. Willkommen in der schönen neuen Welt der Postdemokratie.

Ist der Fuß erst in der Tür

In dieser will die EU, die die Postdemokratie ja zu erheblichen Teilen mitgezeugt und gebärt hat, bald unsere privaten Chats auf WhatsApp, Telegram und Co. mitlesen. Offiziell geht es dabei nur um die Bekämpfung von Kinderpornografie. Da kann schließlich keiner was dagegen haben. Außer vielleicht derjenige, der in den vergangenen knapp zwei Jahren eines gelernt hat: Wenn staatliche – oder eben auch überstaatliche – Institutionen erst einmal den Fuß in der Tür haben, dann werden sie immer weiter eindringen, in sämtliche die Bereiche. Selbst wenn sie vielleicht zu anfangs tatsächlich nur von den besten Vorsätzen geleitet wurden.

Daß Staaten wie Deutschland, in denen man für den Besitz von Kinderpornografie in der Regel nicht viel mehr als einen Klaps auf die Finger bekommt, ihre Suche nicht ziemlich schnell auch auf Delikte ausweiten, die ihrer Ansicht nach deutlich schwerer wiegen – zum Beispiel private Unterhaltungen über Drogengeschäfte, Hinweisen auf Steuerhinterziehung oder „staatsgefährdendes“ Verhalten –, dürfte in etwa so wahrscheinlich sein wie eine Ausgabe der „Tagesthemen“ ohne Klimapropaganda und Corona-Hysterie.

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