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Fußball-EM als Polit-Bühne: Amnesty International verteilt Regenbogen-Flaggen vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER
Fußball-EM als Polit-Bühne: Amnesty International verteilt Regenbogen-Flaggen vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER

Politisierung der EM
 

Belehrt und vorgeführt

Die diesjährige Fußball-EM hat mit Sport nur noch bedingt zu tun. Wie in allen Lebensbereichen geht es auch hier nur noch um politische „Haltung“. Nicht Leistung oder Fairneß bewegen die deutschen Gemüter, sondern weltbewegende Fragen wie die, ob die Polen vor dem Spiel auch brav den „Black Lives Matter“-Kniefall geleistet haben, um sich kollektiv für systemischen Rassismus und Kolonialismus zu entschuldigen (obwohl sie nie Kolonien besaßen und selbst Opfer der vernichtenden Expansionspolitik ihrer Nachbarn waren) – oder eben die neuesten Untaten Budapests.

Allen voran steht hier die Entscheidung des ungarischen Parlaments, dem Vordringen von Werbung für LGBTIQ-Ideologie in Schulen und Kindergärten einen Riegel vorzuschieben – glaubt man der EU und dem deutschen polit-medialen Komplex, ein wahrer Tiefschlag gegen die Menschenrechte, ist doch kaum auszudenken, wie Hunderttausende kleiner Ungarn zu verantwortungsbewußten Frauen und Männern werden können, ohne wie ihre deutschen Nachbarn schon im Kindergarten mit Büchern wie „Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben“, Drag-Queen-Vorlesestunden oder Theaterstücken über Analsex beglückt zu werden.

Und während gleichzeitig im EU-Parlament Massenabtreibung zum Menschenrecht und ärztlicher Gewissensvorbehalt zur Verweigerung medizinischer Hilfeleistung deklariert wurden, lief die übliche Empörungsmaschinerie gegen das „inhumane“ Ungarn heiß: Stadien sollten zur hämischen Belehrung der ungarischen Gäste in Regenbogenfarben angestrahlt werden; Fußballer angewiesen werden, neben BLM-Kniefall auch noch Regenbogenarmbinden zu präsentieren; es wurde vorgerechnet, daß auch die „Mannschaft“ statistisch nicht homosexuell genug sei; und natürlich beschäftigt sich auch die EU mit dem „Skandal“ und kündigt an, den Ungarn eine harte Kante zu zeigen und jene berühmten Subventionen zu kürzen, die faktisch zum größten Teil an deutsche Investoren zurückfließen – meist elegant am deutschen Steuerzahler vorbei.

LGBTQ-Diskussion ist Symptom für Zivilisationsverfall

Wie konnte es geschehen, daß eine ganze Zivilisation, die noch vor 100 Jahren kulturell, technologisch und politisch den gesamten Erdball dominierte, nunmehr ihre gesamte Energie in eher unappetitliche Quisquilien wie gender-gerechte Toiletten, non-binäre Geschlechter, LGBTIQ-Rechte oder Ehe für alle steckt, während im selben Zeitraum China den Sprung von der frühneuzeitlichen Agrargesellschaft zur führenden Industrie- und Technologienation der Welt geschafft hat?

Man mag sich an die Anekdote vom „Streit um das Geschlecht der Engel“ erinnert fühlen, der (angeblich) die Aufmerksamkeit der byzantinischen Öffentlichkeit monopolisierte, während die Türken sich anschickten, Konstantinopel zu stürmen und seine Bevölkerung auszurotten; und tatsächlich ist es ein Symptom für den spätzeitlichen Verfall unserer Zivilisation, jeglichen Wirklichkeitssinn verloren zu haben und sich in inneren Querelen aufzureiben.

Doch darf die tatsächliche Bedeutung dieses Kampfes nicht unterschätzt werden, wie die Christdemokraten es lange taten: Hinter der angeblichen Verteidigung sexueller Minderheiten, deren Freiheit zur Auslebung ihrer Geschlechtlichkeit ohnehin schon seit Jahrzehnten überall gewährleistet ist, steht vielmehr die rechtliche Grundlegung eines „neuen Menschen“.

Dieser Mensch fühlt sich weder dem Natur- noch dem Gottesgesetz unterworfen, sondern bildet sich ein, zu jedem beliebigen Zeitpunkt jede beliebige Rolle ausüben zu können; eine desinkarnierte Existenz, die dank transhumanistischer Hochtechnologie rücksichtslos über die Natur herrschen und die eigenen Interessen und Triebe ohne jede Bindung an Solidargemeinschaften wie Familie, Heimat, Glauben, Nation oder Kultur durchsetzen will.

Von der Wiege bis zur Bahre ist alles „verhandelbar“, nichts absolut: Die Zeugung wird durch Leihmutterschaft ausgelagert, gentechnisch manipuliert und durch Abtreibung beliebig unterbrochen; sexuelle Befriedigung wird schon im Kindergarten propagiert und der Mitmensch zum Instrument der eigenen Lust deklassiert; das Geschlecht wird dank Hormonen und Chirurgie frei angepaßt; eheliche Partnerschaft wird zunächst für Homosexualität, dann für Polyamorie, schließlich wohl auch Inzest und Pädophilie geöffnet; Kinder werden zur Verfügungsmasse verfallender Familienbande und können durch Verweis auf „Kinderrechte“ politisch mißliebigen Eltern jederzeit entzogen werden.

Deutsche Konservative jubeln bei EM lieber Ungarn zu

Wenn diese Schranken einmal alle unter dem Vorwand des „Minderheitenschutzes“ durchbrochen sind und die Ausnahme jegliche Norm zertrümmert hat, wehrt sich auch niemand mehr gegen Dauerimpfung, Euthanasie, Sprachkontrolle, Zensur, Cancel Culture, Transhumanismus, Deindustrialisierung, Multikulti und die Verdrängung der bürgerlichen Demokratie durch den Milliardärssozialismus.

Nur aufgrund dieser ultimativen, gleichsam „posthumanistischen“ Zielsetzung kann man überhaupt die Vehemenz verstehen, mit der unsere gesamte Gesellschaft dank medialer und politischer Dauerbeschallung immer und immer wieder mit surreal scheinenden LGBTIQ-Themen mürbe gemacht und jeglicher Widerstand wie etwa in Ungarn oder Polen im Keim erstickt werden soll. Ob es wenigstens dem Osten Europas gelingen wird, sich diesem gewaltigen Druck langfristig zu widersetzen, steht in den Sternen.

Immerhin hat die allzu offene Demonstration jenes ungleichen Kampfes anläßlich der EM einen Vorteil gehabt: Während das deutsche linksliberale Establishment den Nachbarn auf übelste Weise vorgeführt hat, daß man wieder verbissen überzeugt ist, am eigenen Wesen müsse die Welt genesen, haben viele deutsche Konservative lieber die Polen und Ungarn als die eigene „Mannschaft“ unterstützt – ein nicht unwichtiger Schritt auf dem Weg zu einer echten gesamteuropäischen Wertegemeinschaft, der die Verteidigung der abendländischen Identität wichtiger ist als kurzsichtiges nationalstaatliches Bauchgefühl.

JF27/21

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