Superwahljahr
Arbeiter mit Mundschutz: Maßnahmen der Corona-Politik gegen sich selbst finanzieren
Arbeiter mit Mundschutz: Maßnahmen der Corona-Politik gegen sich selbst finanzieren Foto: picture alliance/dpa | Bernd Thissen

Arbeiten ja, Spaß nein
 

Die Corona-Politik erschafft Zombiearbeiter

Kurt kommt spät nach Hause, denn er arbeitet für eine internationale Firma im Außendienst. Wieder elf Stunden Arbeit, wieder im Auto die Burger verdrückt. Wieder zu viel geraucht. Und wieder ist es 21 Uhr. Die Geschäfte haben längst geschlossen, denn er wohnt in Bayern. Und die Ausgangssperre zwingt ihn ab 22 Uhr in seinen vier Wänden zu bleiben. Dieses Szenario ist nicht dem nächsten Katastrophenfilm von Oliver Stone entliehen. Diese Geschichten passierten über Monate und finden in Teilen noch heute statt.

Monatelang wurden die Bayern – und seit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes ganz Deutschland ­– mit Ausgangssperren belästigt. Aber nicht nur das: Fitneßstudios waren und sind über Monate geschlossen, Kneipen und Restaurants, bis auf Außengastronomie, in mehreren Bundesländern bis heute. Und das, obwohl die Wirkung dieser Maßnahmen bezweifelt werden darf. Kinos sind nach wie vor geschlossen, genauso wie die Theater. Einige Museen öffnen dagegen und auch die Tierparks. Immerhin. Dafür darf der Besucher dann vier Stunden durch den Zoo im Freien mit FFP2 Maske flanieren. Delphine und Affengehege, also alle Attraktion in Räumen, sind ganz geschlossen. Schade.

Betroffene finanzieren Maßnahmen gegen sich selbst

Fast alles, was Spaß macht, hat geschlossen. Alles, was dem harten Berufsalltag Ausgleich schaffen könnte, wurde den hart Arbeitenden verwehrt. Besuch im Thermalbad? Fällt leider aus. Schwimmbad? Viel zu gefährlich. In die Sauna, um mal zu entspannen? Findet leider nicht statt. Aus Angst vor dem Tod verbietet man weite Teile des Lebens. Leichtigkeit, Geselligkeit, Entspannung, Dinge, die maßgeblich zur mentalen Gesundheit beitragen, spielen keine Rolle mehr. Die totale Sicherheit siegt über Freiheit und Selbstverantwortung.

Das freie und offene Leben muß weichen, da Seuchenpolitiker, also inzwischen fast alle Politiker, vornehmlich ein einziges Ziel verfolgen: Das Ausrotten eines Virus, das weder auf den Intensivstationen noch in den Arztpraxen, noch in den Krematorien ein großes Thema ist. Ein Blick auf das Statistikportal „Absolute Zahlen“ macht deutlich, in welchem Mißverhältnis die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen stehen.

All das müssen Leute wie Kurt ausbaden. Und nicht nur das: Er ist auch für die Finanzierung der Maßnahmen verantwortlich. Im Grunde bezahlen die Arbeitnehmer weite Teile der Maßnahmen beziehungsweise deren Folgen. Nach Belgien muß kein Beschäftigter, der Single ist, mehr an den Staat abdrücken als in Deutschland. Und wenn man dann noch diverse Gebühren hinzurechnet, aber auch KFZ-Steuer und vieles mehr, liegt die Abgabenlast je nach Einzelfall zwischen 60 und 80 Prozent.

Die Bodenhaftung verloren

Die hart arbeitenden Menschen kommen also am Abend nach Überstunden im trauten Heim an. Leider können sie viele ihrer Ausgleichsaktivitäten nicht wahrnehmen. Aber ARD, das geht. Dafür durfte man den Rundfunkbeitrag bezahlen. Im zwangsfinanzierten Fernsehen tummeln sich dann Politiker und sogenannte Experten und fordern noch härtere Maßnahmen und die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung – nur für Singles.

Ernst genommen wird die meiste Zeit aber keiner. „Abholen und Mmitnehmen“ gilt wohl nur für die Politiker selbst, wenn sie gerade mal wieder mit ein paar Stoffmasken, dessen verpflichtendes Tragen sie selbst eingeführt haben, ein Vermögen verdienen. Politiker machen Bürger zu Zombiebeschäftigten. Diese haben keinen Ausgleich, aber leiden maximal unter den Maßnahmen. Und sie finanzieren diesen Wahnsinn.

Der Staat beschließt Einschränkungen, die sehr teuer sind und den Menschen psychisch und physisch angreifen. Beschäftigte, die von dem Schaden betroffen sind, werden gezwungen, die Einschränkungen zu finanzieren. Und schlußendlich werden sie dann von Politikern verurteilt, wie unsolidarisch sie doch seien, weil sie am Wochenende mit drei Haushalten mehr als erlaubt zusammensaßen. Es gibt keine Bodenhaftung dieser Art von Politiker.

Der Staat trägt keine Verantwortung – Politiker riskieren nichts

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) arbeitete seit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann nie außerhalb der Politik. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier ist seit 20 Jahren in absoluten Spitzenpositionen – stets mit Fahrer und Angestellten. Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird immer lobend erwähnt, sie sei Physikerin. Aus ihrem erlernten Beruf ist sie längst raus, da sie seit 1990 im Bundestag sitzt und seither nie jenseits dessen gearbeitet hat. Hubertus Heil (SPD), besonders spannend im Hinblick seines Postens als Bundesarbeitsminister, tat nie etwas anderes als Politik. Diese Leute haben seit Jahrzehnten keinen Parkplatz suchen müssen. Sie gehen selten bis gar nicht selber einkaufen und kennen jenseits der Panzerlimousinen und Hintergrundgesprächen die Realität nicht mehr.

Diese Art von alltagsfernen Politikern beschließt Maßnahmen, von denen sie in weiten Teilen gar nicht betroffen sind. Politiker haben kein „Skin in the Game“, wie Statistiker und Finanzexperte Nicolaus Taleb es formulieren würde. Sie tragen keine Verantwortung, weil sie nichts riskieren. Wenn ihre Beschlüsse die mentale Gesundheit von Millionen von Menschen beeinträchtigt, was zu ernsten Erkrankungen führen kann, dann passiert das in ihrer Logik eben einfach.

Konsequenzen wird es keine geben. Notfalls wird der Staat schon ein paar Millionen – natürlich aus dem Steuergeldtopf – in die Hand nehmen, um gegen die selbst verursachten Probleme vorzugehen. Doch es kann kein moralisches Handeln im Sinne eines guten Regierens gelingen, wenn die Politiker keine Verantwortung dafür tragen. Spahn und Merkel riskieren gar nichts. Der Gesundheitsminister maximal seine Karriere, die ihn jetzt schon finanziell abgesichert hat.

Nach Feierabend ist mal wieder Markus Lanz im ZDF zu Gast bei Karl Lauterbach (SPD). Einen normalen Sommer können wir erwarten, sagt der Gesundheitspolitiker der Stunde. Doch Leute wie Kurt sind längst zum Zombiebeschäftigten geworden. Von welcher Normalität spricht er? Die, daß man immer noch in Geschäften Masken tragen muß? Oder von der Realität, daß man sich seine Grundrechte, seinen Urlaub und ähnliches herbeiimpfen muß? Die „neue Normalität“ ist die Dystopie von gestern. Finanziert wird dies von wackeren Beschäftigten.

Arbeiter mit Mundschutz: Maßnahmen der Corona-Politik gegen sich selbst finanzieren Foto: picture alliance/dpa | Bernd Thissen
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