Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Corona, Corona, Corona

Kaisers royaler Wochenrückblick

Angela Merkels einstiger Lieblingsvirologe Christian Drosten soll, so wurde es diese Woche verkündet, das Bundesverdienstkreuz bekommen. Zwar ist der einzige deutsche Alarmmelder, der wirklich immer anzuschlagen scheint, mit seinen Prognosen nach dem Pechprinzip bei der Kanzlerin selbst schon vor langer Zeit in Ungnade gefallen, auch wird die mangelnde Verläßlichkeit der von ihm mitentwickelten Corona-Test vor allem auch international mit immer mehr Skepsis und Unbehagen gesehen, trotzdem ist der professionelle Podcaster mit seiner ständigen Panikmache für die Aufrechterhaltung der Angst offenbar noch immer so wertvoll, daß der Bundespräsident nicht an ihm vorbeikommt.

Die Ehrung für Drosten, die er am Tag der deutschen Einheit empfangen soll, ist wenig überraschend. Paßt Professor Seltenfröhlich mit seinem über sämtliche Medien transportierten Alarmismus doch perfekt zur aktuellen Agenda von Söder, Lauterbach und Co., die auf jede noch so kleine Rückkehr zur Normalität reagieren, als stecke hinter ihr der Plan für ein kultisches Fest der moralischen Verdorbenheit mit ritueller Menschenopferung als Höhepunkt.

Damoklesschwert eines zweiten Lockdowns

Der Geehrte in spe legte auch direkt pflichtbewußt nach. Allen, die sich Hoffnung auf ein maskenfreies Weihnachtsfest oder gar einen unbeschwerten Christkindlmarkt-Besuch gemacht haben, bellte der Wissenschaftler mit dem eingetrübten Chihuahua-Blick dieser Tage entgegen: „Die Pandemie geht jetzt erst richtig los!“

Die in Angst Lebenden, die die Maske der Furcht mittlerweile sogar oft schon freiwillig auf der Straße tragen, werden sich bestätigt fühlen. Für jene, denen die Freiheit wichtiger ist, als die vermeintliche Sicherheit vor einer unbestimmten und immer weniger belegbaren Gefahr, wird das Leben unter dem Damoklesschwert eines zweiten Lockdowns immer ermüdender.

Inmitten einer Atmosphäre des Kleinmuts und der ständigen Gängelungen durch eine Selbsternannte Seuchenpolizei fühlt sich der Alltag jetzt schon wie ein endloser Lockdown an und das Argumentieren gegen das Narrativ von der vermeintlichen Horror-Pandemie wird immer mehr zu einem Kampf gegen die Windmühlen.

Hinweise auf Fakten, wie die geringe Todesrate, vermeintliche Superspreader, die nicht superspreaden, oder leere Krankenhausbetten, verhallen in der öffentlichen Wahrnehmung. Auch deshalb, weil die Erzähler der Geschichte von der neuen Pest ihre Erzählungen stets den Fakten anpassen, ohne dabei die Stoßrichtung ihrer Geschichte zu ändern. Wenn die Zahl der tatsächlich Erkrankten nicht mehr taugt, um die Menschen im innerlichen Dunkelmodus zu halten, wird eben auf die neusten Infektionszahlen verwiesen.

Die Panikschraube wird weiter angedreht

Otto-Normal-Tagsschau-Gucker kennt den Unterschied sowieso nicht. Jeder „Infektionsausbruch“ wird in den Nachrichten verlesen wie eine donnernde Standpauke an die Teile der gespaltenen Bevölkerung, die beim Überleben noch immer ein wenig leben wollen. Kaum jemand hinterfragt, warum die Infektionszahlen eines Virus, der selbst bei Ausbruch für die meisten Menschen kaum eine Gefahr darstellt, solch hohen Nachrichtenwert haben.

Kaum einer stellt infrage, warum gerade die Zahlen der Alltagsgefahr Corona täglich fürs Massenpublikum medial aufbereitet werden und nicht die von anderen Krankheiten und Gefährdungen, die ein Leben außerhalb der Käseglocke nun mal mit sich bringt, obgleich diese, im Falle eines Falles, für den Großteil der Bevölkerung deutlich schlimmere Auswirkungen hätten. Statt dessen wird die Panikschraube immer weiter angedreht. An jeder Ecke prangen pseudomoralische Appelle, die einen daran erinnern, daß man angeblich für die Gesundheit seiner Mitmenschen mitverantwortlich sei.

Was schon ein interessantes Gedankenspiel ist. Daraus könnte man dann allerdings auch ableiten, daß man in Zukunft auch ein Wörtchen mitreden dürfe, was die Ernährung, die körperliche Fitness, die Sexualpartner, also schlichtweg den gesamten Lebensstil der Menschen angeht, zu deren Schutz man eine Maske trägt und für die man sich so ziemlich alles verkneift oder beschränkt, was für einen selbst bisher normal war. Die meisten hätten die Fürsorge der Gemeinschaft gar nicht nötig. Viele nehmen sie aber dennoch gern mit.

Es droht ein dunkler Herbst

Denen, die den totalen Schutz vor allen Vieren tatsächlich nötig haben, ist mit einer Maske und etwas Abstand dagegen kaum geholfen. Auch dürften sie kaum noch in einem Zustand sein, in dem sie Fußballspiele, Rockkonzerte oder Diskotheken besuchen können. Abseits aller Irrationalität und pseudomoralischen Appellen läßt sich die Corona-Gefahr auf einen einfachen Nenner bringen: Wer an Corona stirbt, der befindet sich in einer körperlicher Verfassung, in der man an so ziemlich allem stirbt.

Die vielzitierten Einzelfälle, in denen junge und fitte Menschen plötzlich sterben, sind so selten, wie es sie immer gegeben hat. Nur wurde der Eintrag „unbekannt“ als Todesursache heute durch „Corona“ ersetzt. So hat man zumindest eine Erklärung – ganz egal, ob diese richtig ist. Sicher ist: Unsere Freiheit vegetiert unter Corona-Bedingungen weiter dahin.

Ein Ende der Einschränkungen ist nicht in Sicht. Wer ein Gespür für Stimmungen hat, der bemerkt, wie die geschürte Angst, das allgemeine Mißtrauen und der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der vermeintlichen Schutzmaßnahmen die Gesellschaft verändert haben. Schon der lange, sonnige Sommer hatte gefühlt etwas Düsteres und Kaltes.

Wenn nun der große Verdunkeler Herbst sich über die gelähmten Gemüter legt, dürfte das Klima nochmal deutlich rauerer werden. In den nächsten Wochen und Monaten könnte manch Schwermut zur ausgewachsenen Depression mutieren. Jenen von uns, die die Freiheit brauchen, wie die Luft zum Atmen, dürfte es unter den aufgezwungenen Masken lange schon zu stickig geworden sein.

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