Luisa Neubauer
Ein Bild aus besseren Zeiten: Luisa Neubauer im Focus der Öffentlichkeit (Archivbild) Foto: picture alliance/POP-EYE
Dschungelcamp statt „Fridays for Future”

Die Corona-Krise stiehlt der Klimajugend die Show

Vieles kann man der „Fridays for Future“-Bewegung (FfF) vorwerfen: ihre grenzenlose Naivität, die als Altruismus getarnte Ich-Bezogenheit vieler ihrer Anhänger, ihren ziemlich erbarmungslosen Umgang mit Andersdenkenden. Eines kann man allerdings mit Sicherheit nicht behaupten: Daß FfF zu den „Kriegsgewinnlern“ der aktuellen Corona-Krise gehören würde. Im Gegenteil.

Das Virus zog der bis dato weltweiten Aufmerksamkeit für Greta Thunberg und ihre Klimajugend den Stecker. Daß ein solcher Verlust sehr schmerzhaft sein und die Betroffenen zu manch haarsträubender Verzweiflungstat treiben kann, wissen wir nicht erst seit dem „Dschungelcamp“, wo sich Semiprominente gegen den tiefen Fall in die totale Versenkung wehren.

Die von der Corona-Panik völlig überrumpelten Klima-Panikmacher scheint es da sogar noch härter getroffen zu haben als das fast vergessene Proletariat des Unterhaltungsgeschäfts. So meint man die Antikohle-Grubenmädchen von „Fridays for Future“ aus den Tiefen des vergangenen Ruhms immer öfter und vor allem immer lauter rufen zu hören: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ oder besser: „Ich bin doch wichtig, hört mir doch bitte wieder zu!“

Schule schwänzen zu Hause

Luisa Neubauer, der an dieser Stelle hiermit ganz herzlich zu ihrem gestrigen Geburtstag gratuliert sei, gibt wirklich alles, um das öffentliche Interesse am Klimaschutz – vor allem aber an ihr selbst – nach dem totalen Aufmerksamkeits-Lockdown wieder hochzufahren. Kürzlich hat sie für die Bekämpfung „jeder Krise“, sogar ein Schild gebastelt und ein schönes Kleid angezogen. Sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten also wirklich alles getan für die Rettung der Welt. Damit jeder merkt, wie ernst es dem freudestrahlenden Umweltengel damit ist, hat das fleißige Luischen anläßlich des „Earth Day“ am 22. April sogar noch ein zweites Schild gebastelt mit der gleichen Botschaft und Aufschrift.

Für kommenden Freitag rufen Neubauer und ihre Mitstreiterinnen zum „Globalen Klimastreik“ auf. Allerdings soll das politisch motivierte Schulschwänzen nun ganz in den heimischen vier Wänden stattfinden. Auf Instagram schreibt das deutsche FfF-Posterbastelmädel unter dem Hashtag „fighteverycrisis“ dazu: „Normalerweise würden wir an diesem Tag zu Hunderttausenden auf der Straße stehen – und es unübersehbar machen, daß eine kritische Öffentlichkeit Klimaschutz fordert. Das können wir diesmal nicht. Das ist sinnvoll, um Menschen vor Ansteckung zu schützen. Doch gleichzeitig wissen wir – die Klimakrise beschleunigt sich weiter, es brodelt, nach wie vor sind Menschen und Generationen von einem eskalierendem Weltklima bedroht.“

Promifaktor hält sich in Grenzen

In Wahrheit haben die Proteste gegen die globale Erwärmung auch vor Corona allenfalls nur selten Hunderttausende auf die Straße gebracht. Aber in der Erinnerung ist eben alles immer ein bisschen größer und glanzvoller als es tatsächlich war. Im Vergleich zur Gegenwart waren es tatsächlich deutlich bessere Zeiten, die Luisa, Greta und der Rest der Klima-Panik-Gang da hinter sich haben.

Das zeigt auch ein Blick auf das „Streikprogramm“ des Live-Streams, der die Online-Demo am 24. April ab zwölf Uhr auf YouTube begleiten soll. Gab es in der Zeit vor Corona kaum einen Prominenten, der sich nicht gerne an der Seite der allseits beliebten Klimajugend gezeigt hätte, liest sich die offizielle Ankündigung des Events doch ein wenig armselig: „Unter anderem treten Katja Riemann und Eckhardt von Hirschhausen auf und sprechen über die angespannte Lage der Geflüchteten auf Lesbos sowie über die Situation des Krankenhaus-Pflegepersonals. Giant Rooks, Mogli und Clueso, der seine neue Single ‘Tanzen’  präsentieren wird, werden für musikalische Abwechslung sorgen“, heißt es in der Presseerklärung der Veranstalter. Dann doch lieber Dschungelcamp!

Ein Bild aus besseren Zeiten: Luisa Neubauer im Focus der Öffentlichkeit (Archivbild) Foto: picture alliance/POP-EYE

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