Christ in Syrien
Christ in Syrien Foto: picture alliance / NurPhoto

Auch mitten in Deutschland werden Christen verfolgt

Christen sind die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft der Welt. 75 bis 80 Prozent der weltweit wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen bekennen sich Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zufolge zum Christentum. Laut dem christlichen Hilfswerk Open Doors werden etwa 200 Millionen Christen in etwa 60 Ländern wegen ihres Glaubens benachteiligt und diskriminiert.

Viele von ihnen sind von Mißhandlungen, Folter, Vergewaltigung, Gefängnis oder gar dem Tod bedroht. Vor allem in afrikanischen und kommunistischen Staaten sowie in den Ländern der islamischen Welt leiden Christen unter Haß und Unterdrückung. Lange war der europäische Kontinent und vor allem Deutschland für viele dieser Menschen der vielbeschworene sichere Hafen und somit Sehnsuchts- und Zufluchtsort.

Daß sich dies inzwischen geändert, mitunter sogar ins Gegenteil verkehrt hat, hat viel mit der Naivität jener Beschwörer zu tun, die dieses Bild vom sicheren Hafen diesseits der längst nicht mehr vorhanden Grenzen propagiert und global hinausposaunt haben. Denn spätestens seit der großen Flüchtlingswelle 2015 ist der linke Pro-Asyl-Slogan, „Kein Mensch ist illegal“ eben häufig auch gleichbedeutend mit „Islamisten und Gewaltverbrecher sind herzlich Willkommen“.

Deutschland bietet keinen echten Schutz mehr

So ist in vielen Städten der Bundesrepublik inzwischen das zur grausamen Normalität geworden, wovor vermeintliche Rechtspopulisten seit Jahren gewarnt haben. Die Islamisierung, die es laut offiziellem, politisch korrektem Regierungsnarrativ gar nicht gibt, hat eine Stufe erreicht, in der Deutschland für vor Verfolgung geflohene Christen keinen echten Schutz mehr bietet.

Wie sehr dadurch das Prinzip des Asylrechts ad absurdum geführt wird, zeigt eine Dokumentation der WeltDie Journalisten Matthis Kattnig und Ninve Ermagan haben mit Assyrern aus Syrien gesprochen, die vor dem IS geflohen sind und hofften, im beschaulichen Saarland einen schützenden Zufluchtsort vor ihren einstigen Peinigern gefunden zu haben. Bald sollten sie jedoch herausfinden, wie trügerisch diese Hoffnung war.

Die überwiegend christliche Minderheit, deren Reich sich einst von Ägypten bis Babylon erstreckte, hat ihre eigentliche Heimat heute im Irak, Syrien, Türkei, Iran und dem Libanon. Auf Grund der vor allem für Christen bedrohlichen Lage in den überwiegend islamischen Ländern leben viele Assyrer mittlerweile aber verstreut über die ganze Welt im Exil. Keine leichte Situation für das stolze und altehrwürdige Volk, das einst eines der ersten war, das zum Christentum konvertiert ist und bis heute Aramäisch spricht.

„Mit Foltervideos zum Islam konvertieren“

Mit dem Aufkommen des IS haben sich die Umstände für die orientalischen Christen noch einmal deutlich verschlechtert. In dem knapp 15minütigen Filmbeitrag der beiden Welt-Journalisten berichten ehemalige Geiseln der islamischen Terrormiliz auf bewegende Art und Weise von den Ereignissen des 23. Februar 2015. Jenem Tag, an dem in den frühen Morgenstunden die Islamisten in ihr Dorf einfielen, um die Frauen zu Sexsklavinnen zu machen und viele der Männer hinzurichten.

Immer wieder, so schildert es die Doku, werden die Geiseln dazu gezwungen, sich Folter- und Enthauptungsvideos anzusehen. „Wer wegschaut, dem wird mit dem Tod gedroht. Der IS will sie so zum Islam konvertieren.“ Die tiefgläubigen Christen weigern sich. „Diese Frage … selbstverständlich wären wir nicht zum Islam konvertiert, auch wenn sie uns dafür umbringen würden. Wie hätten wir das? Wir sind Assyrer und wir sterben als Assyrer“, sagt der Familienvater Abdo Mirza.

Die Macher der Dokumentation haben Erfahrung mit der Thematik. Kattnig rückt die Themen Christenverfolgung und Islamismus seit Jahren regelmäßig in den journalistischen Fokus. Ermagan, selbst assyrische Christin, spricht die Sprache der Opfer und kann damit eine Nähe herstellen, die viele andere wohl so kaum zustande brächten.

Auf Facebook den IS-Terrorist entdeckt – Wohnort Saarbrücken

Das ist die große Stärke des leider hinter der Bezahlschranke befindlichen aber in jedem Falle sehenswerten und lohnenden Films. Die beiden Reporter lassen die Ex-Geiseln einfach sprechen. Ganz persönlich, aber ohne dabei voyeuristisch zu werden. Nie überschreiten sie dabei die feine Grenze zwischen packend und reißerisch. Ein Lehrstück guten Journalismus, das billiges Clickbaiting nicht nötig hat.

Die dramatischen Geschichten ihrer Interviewpartner sprechen für sich. Nicht nur, wenn sie sich an den durch den IS verbreiteten Schrecken in ihrer alten Heimat erinnern, sondern eben gerade auch dann, wenn sie davon erzählen, was sie nach ihrer Flucht im vermeintlich sicheren Deutschland erwartet hat, wo sie von Muslimen als „Ungläubige“ bezeichnet wurden und wo diese Moslems sie erneut zwingen wollten, zum Islam überzutreten.

Dies bestätigt auch der katholische Pfarrer und Flüchtlingshelfer Franz-Rudolf Müller. Der Geistliche berichtet den Reportern: „Wir haben in Lebach erlebt, daß Christen, wenn sie in die gemeinschaftliche Dusche gingen, das Kreuz hatten, angegriffen worden sind.“ Besonders schockierend ist die Geschichte einer Ex-Geisel, die auf Facebook einen ihr bekannten IS-Terrorist entdeckte und erschreckt feststellen musste, daß dieser als aktuellen Wohnort Saarbrücken angab.

Sollten christliche Flüchtlinge bevorzugt aufgenommen werden?

Der Film wirft auch die Frage auf, ob christliche Flüchtlinge in Deutschland bei der Aufnahme bevorzugt werden sollen. Aus Sicht der echten christlichen Nächstenliebe, wie sie die Bibel lehrt, kann man diese Frage eigentlich nur mit Ja beantworten. Auch wenn viele Amtschristen das anders sehen und man sich bewußt sein sollte, daß viele illegale Einwanderer genau in dieser Hoffnung zum Schein zum Christentum konvertieren.

Die Reportage über die echten Christen und Flüchtlinge aus Syrien sollte man aber in jedem Fall jedem ans Herz legen, der immer noch glaubt, mit für alle geöffneten Grenzen und unkontrollierter Einwanderung würde Deutschland in irgendeiner Form bunter, toleranter und menschlicher werden.

Selbst wenn Christen in der Hierarchie der Opfer bei vielen Anhängern einer undifferenzierten „Refugees-Welcome“-Ideologie eher einen untergeordneten als einen übergeordneten Stellenwert einnehmen, reicht ihre politisch motivierte Empathie vielleicht gerade noch dafür aus, sich vorzustellen, daß sich vieles von dem, was die christlichen Flüchtlinge da über den Islam und seine radikalen Anhänger zu berichten haben, auch auf sonstige Andersgläubige, Atheisten, Homosexuelle und viele weitere ihrer Lieblingsopfer übertragen läßt.

Christ in Syrien Foto: picture alliance / NurPhoto

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