Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) Foto: dpa
Bodo Ramelow

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Es gibt gewisse Charaktereigenschaften, die sind nach allgemeinem Verständnis absolut negativ besetzt. Egoismus und Selbstzentriertheit sind solche Eigenschaften. Auch Verlogenheit und Doppelmoral gehören dazu. Ebenso Selbstgefälligkeit und, wenn vielleicht auch mit gewissen Einschränkungen, Selbstmitleid und Weinerlichkeit.

Bodo Ramelow scheint alle diese negativen Charakterzüge in sich zu vereinen. Der nicht scheiden wollende ehemalige thüringische Ministerpräsident gibt sich gerne als eine moralische Instanz der deutschen Politik. Wobei es für ihn bereits gegen die guten politischen Sitten verstößt, wenn er nicht gewählt wird.

„Emotionaler“ Hundepost

Nachdem er auf Biegen und Brechen und ohne eigene Mehrheit im Landtag von Thüringen seine Wiederwahl zum Regierungschef durchsetzen wollte und damit kläglich scheiterte, konnte er kaum an sich halten vor Empörung und theatralischem Entsetzen ob dieses Frevels. Während Thomas Kemmerich, der es gewagt hatte sich kurzzeitig in das von der Vorsehung eigentlich auf schlimmer und ewig für die SED-Erben bestimmte Amt wählen zu lassen, täglich Morddrohungen erhielt, seine Kinder unter Polizeischutz standen und seine Frau in der Öffentlichkeit beschimpft und bespuckt wurde, konnte sich Ramelow nicht zu einer Stellungnahme oder gar Verurteilung der Haß-Attacken auf den FDP-Mann durchringen.

Stattdessen twitterte er mit Herzchen und Kuß-Emojis ein Foto seiner Frau, die den Familienhund auf dem Arm hielt und schrieb dazu: „Hallo Schatz, ich liebe Dich und danke Dir von ganzen Herzen, daß Du mir den Rücken freihältst! Selbst unser @AttilaDerHundi leidet unter der derzeitigen Situation. Alles wird gut – Baci.“

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Die Mainstream-Presse, die von AfD, CDU/CSU und FDP stets eine glaubhafte Distanzierung von allem und jedem fordert was für ihre rosaroten Nasen auch nur im geringsten nach rechtem Extremismus riecht, überschlug sich förmlich vor Rührung über Ramelows „emotionalen Post“, inmitten der angespannten und vor allem für seine Gegner auch gefährlichen politischen Situation.

„Mit Genossen Stalin in Uljanowsk“

Der Hund des Linken-Spitzenpolitikers hat übrigens seinen eigenen Twitter-Account. AttilaDerHundi postete dieser Tage ein GIF von Elmo aus der Sesamstraße, der der Internetgemeinde achselzuckend mitteilte: „Für alle, die hier mies gelaunt sind oder andere beleidigen, die eigene Meinung nicht vertreten, sondern aufzwingen wollen…“ „DEAL WITH IT“.

Auch sein Herrchen ist ein Freund radikaler Deutlichkeit. Übrigens schon lange. Bereits im November 2011 twitterte der Mann, den uns die politisch-mediale Einheitsfront als letzte Hoffnung gegen den Extremismus verkaufen will:

„1.Advent beginnt mit Blockaden Advent, Advent der Castor brennt!

Erst eins, dann zwei

dann kesselt Pozelei    #fb #Castor“

Im Jahr 2013 verfaßte der „demokratische Sozialist“ und Liebling des linksliberalen Establishments dann seinen inzwischen schon berühmt und berüchtigten Tweet „Mit Genossen Stalin in Uljanowsk“.

Höcke hätte sich das nicht erlauben dürfen

Selbst jetzt, wohlwissend, daß er mehr im öffentlichen Fokus steht als je zuvor in seiner Karriere, kann der geistige Verwalter des SED-Erbes offensichtlich nicht aus seiner knallroten Haut. Mit Blick auf die Diktatur in der DDR twitterte Ramelow: „Sag endlich Unrechtsstaat“, sag es endlich „Unrechtsstaat“, warum sagst Du es nicht endlich? Einfach nur das Wort „Unrechtsstaat“ sagen und dann wird alles gut…UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT“.

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Dem Tweet angehängt war ein Link zu einem langen Wortbeitrag, in dem der Ministerpräsident der Journalistenherzen sich gegen „Bekenntnisrituale“ ausspricht. Man muß vermutlich Gauland oder Höcke heißen, daß einem solche Aussagen medial so richtig um die Ohren fliegen. Um quasi parallel zu solchen Kloppern einer jungen und damit zumindest historisch unbelasteten Partei ständig mangelndes Verantwortungsgefühl im Antlitz des Nationalsozialismus vorzuwerfen, ihr sogar im Nachhinein eine Art Mitschuld an den Verbrechen der Nazis zuzusprechen, muß man nicht unbedingt Ramelow heißen, aber wohl in jedem Fall ein geistiger Genosse sein.

Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) Foto: dpa

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