Kaiser
Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Tumult im TV und vorweihnachtliche Flüchtlingsmärchen

Kaisers royaler Wochenrückblick

Die letzte Adventswoche im Jahr 2019 war geprägt vom guten alten Medium Fernsehen. Noch dazu vom öffentlich-rechtlichen; was dem Sachverhalt einen geradezu obskur-nostalgischen Touch verleiht. Am Montag stürmte eine durchgeknallte Feministin die ARD-Polit-Talkshow „hart aber fair“, in der es eigentlich um Tierschutz gehen sollte. Das hätte früher noch wochenlang zu allerlei übelst sexistischem Gelächter in den Comedy-Sendungen der Republik geführt.

Heute ist der tierisch schräge Auftritt der sogenannten Frauenrechtlerin nach nicht einmal einer Woche schon fast wieder vergessen. Vermutlich kann sich die Dame selbst nicht mehr daran erinnern, was sie da zur besten Sendezeit vor einem breiten Fernsehpublikum abgezogen hat. Man möchte es ihr zumindest wünschen.

Björn Höcke soll künftig nicht mehr in Talkshows eingeladen werden. Zumindest nicht in die des ZDF. Das hat dessen Chefredakteur Peter Frey in dieser Woche bekannt gegeben. „Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, sagte der Sender-Verantwortliche in einem Interview mit der Zeit, um dann das große „aber“ folgen zu lassen, daß man in seinen Kreisen sonst gerne jedem um die Ohren haut, der seinen Satz mit „Ich bin bestimmt kein Nazi…“ beginnt. „Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen“, lautete die aberwitzige Aussage des ZDF-Manns.

Maaßen düpiert Lanz 

Ob das in dieser Form wirklich die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist, darf bezweifelt werden. Ob ausgerechnet ZDF-Info-Chef Peter Frey der richtige Mann dafür ist? Zur Motivation der thüringischen AfD-Wähler sagte der öffentlich-rechtliche Grenzposten der Demokratie: Wer bei der Landtagswahl im Oktober Höcke gewählt habe, habe „bewußt rechtsextrem“ gewählt. Selbst wenn einen die Nichteinladung nicht unbedingt von einem Auftritt abhalten muß, siehe den Auftritt der Feministin bei Plasberg, ist die eigenmächtige Entscheidung des Gebührenfernsehmanns doch bedenklich.

Hans-Georg Maaßen wird vom ZDF noch eingeladen. Zumindest war er in dieser Woche zu Gast in der Sendung von Markus Lanz. Wie viele dieser Auftritte die Sender-Oberen in Zukunft noch zulassen werden, ist fraglich. Die Klarheit und Scharfkantigkeit, mit der der selbstbewußte Konservative dem Moderator seine Fakten vor den Lanz, Pardon: den Latz geknallt hat, dürfte so manche Meinungshüter im Elfenbeinturm des Staatsfernsehens etwas verschreckt haben. Viele dürften es auch als ziemlich unfair empfunden haben, daß der ehemalige Geheimdienstchef in der Diskussion eine Waffe einsetzte, die den meisten Mainstream-Journalisten schon lange nicht mehr zur Verfügung steht. Mit messerscharfer Rationalität wehrte der überzeugende Ex-Verfassungsschützer sämtliche Scheinargumente des Moderators wirkungsstark ab.

Das tat Maaßen auch mit den Scheinargumente des Journalisten Olaf Sundermeyer, der sich an diesem Abend leider nicht zu schade war, für Lanz den ideologischen Sidekick zu geben. Zur völlig weltfremden, von Ideologie und Klimahysterie gesteuerten „Energiewende“ sagte Maaßen: „Wer die Realität nicht als Realität wahrnimmt, ist nicht in der Lage, die Probleme zu lösen.“ Ein Satz, den eigentlich auch Sundermeyer unterschreiben können müßte und der jedem Journalisten und Politiker gut zu Gesicht stünde.

Ein Flüchtlingsmärchen aus tausendundeiner Nacht

Für Maaßen, das Aushängeschild der Werte-Union, scheint der Satz so etwas wie sein Lebensmotto zu sein. Dies zeigte sich auch bei den Themen Migration, organisierte Schleuserkriminalität und „Chemnitzer Hetzjagden“. Maaßens nüchterner Realitätssinn war fürs deutsche Fernsehen eine ungewöhnliche Wohltat. Bleibt abzuwarten, wie oft die TV-Macher dem Zuschauer eine solche künftig noch gönnen werden.

Brauchen könnte die deutsche Öffentlichkeit eine solche Stimme der Vernunft in diesen Tagen mehr denn je. Die sollte zum Beispiel das Klimapaket der Bundesregierung kommentieren. Verhindern könnte sie es freilich leider auch nicht mehr. Wurde das tiefgrün gefärbte Wirtschaftsvernichtungsprogramm der schwarz-roten Bundesregierung doch gerade im Bundesrat verabschiedet.

Vernünftiger Widerspruch ist auch angesichts der vorweihnachtlichen Migrationspropaganda wünschenswert. Die sonst betont atheistische Grenzen-auf-Lobby nutzt die Jahreszeit, um aus der Weihnachtsgeschichte ein syrisch-islamisches Flüchtlingsmärchen aus tausendundeiner Nacht zu stricken. Diese Interpretation des Bibeltextes könnte zwar falscher kaum sein, die linksgrünen Interpreten verlassen sich aber darauf, daß die meisten die Bibel auch nicht gelesen haben. Wer ein Flüchtling ist und wer nicht, ist in Deutschland eben reine Glaubenssache. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.

Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage

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