Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Aprilscherz, Alle gegen die AfD, Heiligen-Besuch der Woche
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Am Montag war der 1. April. Viele Nachrichtenportale machten an diesem Tag mit witzigen erfundenen Nachrichten auf. Dabei fiel vor allem eine Sache auf: Während man solche Aprilscherze der Zeitungsredaktionen früher meist schon meilenweit gegen den Wind riechen konnte, weil sie einem einfach viel zu weit hergeholt erschienen, sind die Zeiten heute so irre, daß man selbst die beknackteste Satire-Nachricht noch irgendwo für grundsätzlich möglich hält.

Wer kann im Gender-Gaga-Land schon mit Sicherheit sagen, ob man in Mannheim nicht ernsthaft darüber nachdenkt, den Namen der Stadt, im Sinne der Geschlechter-Gerechtigkeit, in „Menschheim“ oder zumindest ins dialektgefärbte „Monnem“ zu ändern. Auch die vermeintliche Forderung der Partei „Die Franken“ nach einem „Franky Day“, an dem in Oberbayern ausschließlich fränkisches Essen serviert wird, klingt nicht wirklich sehr viel verrückter, als „Veggie Day“ oder der sozialistische „Weltfrauentag“ als gesetzlicher Feiertag in Berlin. Nicht wenige Punkte, auf der kunterbunten Agenda so einiger politischer Aktivisten und Parteien in diesem Land sind von einem zünftigen Aprilscherz kaum mehr zu unterscheiden.

Kriminalitätsstatistik

Manch einer dürfte wohl auch an einen (verspäteten) Aprilscherz geglaubt haben, als Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag verkündete: „Deutschland ist sicher“. Laut Statistik sei die Kriminalität in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr schon wieder gesunken. Wir würden im sichersten Deutschland aller Zeiten leben, verkündeten uns viele Politiker sowie Medien und untermauerten diese Behauptung mit der aktuellen Kriminalitätsstatistik für 2018.

Wenn das wirklich so stimmt, und Regierung und Presse würden uns ja wohl nicht belügen, kann sich daraus eigentlich nur eine politische Konsequenz ergeben: Weniger Polizei, mehr Flüchtlinge! Wenn die Kombination aus Personalmangel und immer mehr schlecht ausgebildeten Einwanderer bei der Polizei, plus unkontrollierte Massenzuwanderung aus archaischen Kulturkreisen, Deutschland jetzt schon so viel sicherer gemacht hat, wäre jeder Versuch, diese Entwicklung zu bremsen, zutiefst verantwortungslos!

Da es mit einem solchen Land auch wirtschaftlich bald endgültig durch die Decke gehen dürfte, wäre auch endlich genug Geld für unsere Bundeswehr da. Die Zeiten, in denen man im Verteidigungsministerium wirklich jeden Euro zweimal umdrehen muß, bevor man ihn dann Beratern und Betriebsräten in den Rachen wirft, dürften endgültig der Vergangenheit angehören. Aber brauchen wir dann überhaupt noch eine Armee? Wer sollte denn ins sicherste, friedlichste und beste Deutschland, das wir jemals hatten, bittschön noch einmarschieren wollen, wenn er auch ganz einfach einwandern kann?

Im Palast der Arroganz gegen die AfD

Mit der AfD gibt es allerdings eine Partei, die der Vollendung dieses Paradieses noch immer im Wege steht. Sehr zum Ärger der anderen Parteien. Die haben die Alternative für Deutschland in dieser Woche wieder einmal spüren lassen, wie unerwünscht sie im Parlament ist. Einmal mehr war die AfD-Abgeordnete Harder-Kühnel bei ihrer Kandidatur für das Amt der Bundestagsvizepräsidentin von der beinahe kompletten Einheitsfront der Fraktionen im Berliner Reichstag abgeschmettert worden. Die Schuld dafür liege allein bei der AfD selbst, finden die anderen Parteien. Es gebe kein Vertrauen in die „Rechtspopulisten“. Daß Millionen Wähler der AfD bei der vergangenen  Bundestagswahl das Vertrauen geschenkt haben, spielt im Palast der Arroganz überhaupt keine Rolle.

Den Heiligen-Besuch der Woche gab es von Barack Obama. Immerhin mal eine Abwechslung – nach so viel Greta Thunberg. Zu sagen hatte die amerikanische Lichtgestalt in ihrer Kölner Rede wenig Erhellendes. Aber immerhin wissen wir jetzt, daß es zumindest einen Amerikaner gibt, der Obamas Leistungen als US-Präsident tatsächlich ziemlich gut fand. Auch wenn er selbst dieser Amerikaner ist.

Heiligen-Besuch der Woche

Noch begeisterter als er von sich selbst war nur noch Angela Merkel von Obama. Bei ihrem großen Wiedersehen am Freitag strahlte die Kanzlerin wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. Das Gespräch der beiden war nicht presseöffentlich. Dabei hätte sich das Gesprächsprotokoll vermutlich perfekt als Text für die „Bunte“ oder einen schwülstigen Groschenroman geeignet. Zumindest für Angie und Barack hätte die Woche wohl nicht schöner ausklingen können.

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