Trump, Strache und Mesut Özil tauscht Ringe

Kaisers royaler Wochenrückblick

Donald Trump war diese Woche auf Staatsbesuch in Großbritannien. Wenn es nach den, vom US-Präsidenten gerne als „Fake News“ gescholtenen, Mainstream-Medien geht, war die Reise eine einzige Katastrophe. Journalisten in den USA und Europa schienen sich in ihrem Trump-Bashing wieder einmal gegenseitig überbieten zu wollen. Auch die deutschen Haltungsjournalisten ließen natürlich kein gutes Haar an ihrem Lieblingsfeind.

Alles, was Trump auf der Insel gemacht hat, wurde hämisch kommentiert. Das, was er nicht gemacht hat, erst recht. Schon wieder hat sich der Führer der freien Welt nicht „ordnungsgemäß“ vor der Queen verbeugt. Hat ihr sogar die Hand gegeben, als wären die beiden zwei gleichberechtigte Menschen.

Haßkommentare gehen zurück

Auch die „First Lady“, Melania Trump, hat doch tatsächlich wieder keinen Knicks vor der Königin gemacht. Immerhin hat sie nicht, wie einst Michelle Obama, den Arm um die alte Dame gelegt. Die mediale Empörung über den „mangelnden Respekt“ der Trumps gegenüber dem britischen Königshaus schmälerte das freilich nicht. Es ist jedesmal faszinierend zu beobachten, wie selbst die eingefleischtesten linken Journalisten auf einmal zu traditionsbewußten Monarchisten mutieren, wenn es gegen Trump geht.

Eine andere Haßfigur der linksliberalen Presse, eine, die sie eigentlich schon besiegt und eliminiert zu haben glaubte, hat diese Woche zum Gegenschlag ausgeholt. Österreichs ehemaliger Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat in Deutschland Strafanzeige erstattet. Gegen alle Personen, die „für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sogenannten Ibiza-Videos mitwirkend verantwortlich“ sind. Die Erfolgsaussichten der Anzeige sind zweifelhaft. Die Pressefreiheit ist in Deutschland ein ebenso hohes Gut wie der „Kampf gegen Rechts“, und mittlerweile mit diesem weitgehend gleichgestellt.

Am Donnerstag gab es den inzwischen schon vierten Aktionstag gegen Haßpostings. Hierbei wurden in 13 Bundesländern 38 Wohnungen durchsucht und mehrere Verdächtige festgenommen. Zugleich veröffentlichte das BKA die Fallzahlen für 2018. Laut der Statistik zählten die deutschen Polizeibehörden im vergangenen Jahr 1.472 Fälle von zumeist rechtsextremen Haßkommentaren im Bereich politisch motivierter Kriminalität – 35 Prozent weniger als im Vorjahr.

„heute-show“ Satiriker in der Grünen-Fraktion

Der „rechte“ Haß im Netz scheint also deutlich abgenommen zu haben. Wenn diese Entwicklung entsprechend weitergeht, geht es in den sozialen Netzwerken bald endlich wieder wirklich so richtig sozial zu. Vielleicht sogar so richtig sozialistisch. In jedem Fall aber so bunt und friedlich wie bei einer durchschnittlichen Demonstration gegen die AfD oder einer linksradikalen Kundgebung zum 1. Mai.

Ganze 77 Prozent der Haßpostings ließen sich den BKA-Zahlen zufolge dem rechtsextremen Spektrum zuordnen. Nur knapp neun Prozent wertete die Polizei als linksextrem. Die übrigen linksextremen Posts summierte sie unter Satire, Journalismus oder Zivilcourage.

Der sprechende schwarze Kapuzenpulli aus der „heute-show“, Nico Semsrott, ist jetzt, nachdem er für die Satire-Partei „Die Partei“ ins EU-Parlament gewählt wurde, der dortigen Fraktion der Grünen beigetreten. Wer hätte das gedacht? Hinter der satirischen Brille des lustigen Berufs-Depressiven, der sich im Fernsehen und auf der Bühne so gerne als „total rationaler“ Erklärbär gibt, verbirgt sich in Wahrheit nur ein weiterer ökomarxistischer Ideologe mit Missionierungsdrang und Machtbewußtsein. Es wird immer klarer: Egal was man in Deutschland derzeit wählt, im Ergebnis wählt man immer grün.

Weltmeister im Selbstmitleid heiratet

Die SPD wird seit dieser Woche kommissarisch von einem politischen Dreigestirn, bestehend aus Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel, geführt. Wohin weiß keiner so genau. Noch nicht einmal das Trio selbst. Die drei fleischgewordenen Fragezeichen der Sozialdemokratie wirken auf den ersten Blick allerdings nicht so, als könnten sie ihre Genossen irgendwohin führen, wo es schön ist.

Geradezu traumhaft schön war die Hochzeit von Mesut Özil. Am Freitag hat unser Weltmeister im Selbstmitleid die Miss Turkey 2014, Amine Gülşe, geheiratet. Trauzeuge von Mesut Özil war sein Präsident Recep Erdoğan. Was gibt es schöneres, als eine Vermählung mit der Frau, der man sein Herz geschenkt hat, im Angesicht des Mannes, dem man seine Seele verkauft hat? So nimmt nicht nur die Woche, sondern auch die Mesut-Özil-Story doch noch ein versöhnliches Ende. Die Liebe siegt über den Haß; und über allem thront Recep Tayyip Erdoğan. Inshallah!

Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage

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