Christenverfolgung

Für viele ist täglich Karfreitag

Jeden Tag werden irgendwo auf der Welt elf Menschen ermordet, weil sie Christen sind. Während bei uns die Karwoche gedanklich mit der geschickten Umfahrung von Osterferienstau, der Hoffnung auf gutes Wetter für Ostereiersuche und Frühlings-Angrillen und den Diskussionen, ob das Tanzverbot am Karfreitag noch zeitgemäß sei, verbracht wird, ist für manche Menschen aufgrund ihres Glaubens täglich Karfreitag. Ausgang tödlich.

Christlicher Glaube kostet in Deutschland nichts, schon gar nicht das Leben. Statt dessen werden sogar Nichtgläubige mit Feiertagen beschenkt, deren Sinn sie nicht einmal erklären können. Gott bewahre uns vor Straßenumfragen zum Thema: „Was feiern Christen an Ostern?“

Sehnsucht nach Spiritualität ist im Menschen tief verankert

Während der Glaube an den dreifaltigen Gott im satten Westen immer weiter schwindet, wächst dennoch parallel das Bedürfnis nach prophetischer Weissagung. Die Sehnsucht nach Spiritualität ist im Menschen tief verankert. Wenn die christlichen Kirchen diesen Durst nicht mehr stillen, tun es andere. Und so sehr man sich als Christ manchmal deutliche Worte der eigenen Kirchen zu politischen Ereignissen wünscht, wird man dann wieder belehrt, daß Schweigen doch Gold ist.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch liefert dieser Tage den eindrücklichen Beweis dieses Sprichwortes. Die Freitagsdemos zur Klimarettung erinnerten ihn „an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem“, ließ er uns am Vorabend von Palmsonntag wissen. Die bezopfte Greta Thunberg als Klimaheilige, die den Weltuntergang voraussagt, sollten wir nicht umkehren? Klimapanik als Ersatzreligion. Gesellschaft und Kirche bräuchten von Zeit zu Zeit „echte Propheten“, sagt Koch. Wollen wir hoffen, daß die 16jährige Greta für ihre Worte jetzt am Freitag nicht an ein Kreuz genagelt wird, wie ihr Vorgänger, nicht wahr, Exzellenz?

Gute christliche Taten sind verdächtig

Die 30 Priester und Theologiestudenten, die seit Dezember 2017 in Indien in Haft sitzen, können das nicht. Ihr Vergehen: Sie haben auf der Straße Weihnachtslieder gesungen, das wurde als illegaler „Bekehrungsversuch“ für die Mehrheit der Hindus gewertet. Christliche Mission ist in Indien verboten. Die Menschenrechtsorganisation ADF International vermeldet dort einen Anstieg der Gewalt gegen Christen um 28 Prozent. Blasphemie-Gesetze zwingen Christen, jede Taufe zu melden.

Gute christliche Taten sind verdächtig, öffentliches Beten sowieso. Im Jahr 2017 sind 822 „Vorfälle“ mit 111 Toten und 2.384 Verletzten registriert worden. Darunter fallen Morde an Männern und Massenvergewaltigungen christlicher Frauen. Hunderte verbringen die Feiertage dort hinter Gittern. Der Wunsch nach „Frohen Ostern“ erscheint da fast wie ein Hohn. Lassen Sie uns diese Osternacht ihnen widmen, auf daß sie alle Ostern überleben.

JF 17/19

Indische Christen während einer Karfreitagsprozession: Christliche Mission ist in Indien verboten Foto: picture alliance / NurPhoto

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