Von der Leyen
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Workshop zur sexuellen Orientierung in der Bundeswehr 2017 Foto: picture alliance/dpa

Meinung
 

Nächster Einsatz: Bälleparadies

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen setzt ihre erfolgreiche Arbeit am Projekt „Umbau der Bundeswehr zur kunterbunten Patchwork- und Regenbogenfamilie“ weiter fort. Nach Seminaren zum Thema sexuelle Vielfalt und ihrem aktiven Werben um mehr Schwule und Lesben in der Truppe ist dieser Tage ein weiteres Herzensanliegen der ehemaligen Familienministerin in seine entscheidende Phase gegangen. Nach dem Abschluß eines „Trageversuchs“ steht der Truppe die Serieneinführung von Umstandsuniformen für Schwangere bevor.

Wer sich immer schon gefragt hat, ob man als Ministerin tatsächlich einfach so problemlos von einem Ressort ins andere wechseln kann, hat spätestens jetzt seine Antwort. Kann man nicht. Beziehungsweise, kann man eben doch. Zumindest dann, wenn man im neuen Ministeramt einfach stur die Arbeit aus der alten Tätigkeit fortsetzt.

Schlechte Bilanz

Von der Leyens große Kompetenz ist die Familie. Die CDU-Frau hat sieben Kinder. Das wissen wir alle. Sie hat stets dafür gesorgt, daß wir es alle wissen. Im Gegensatz zu den meisten anderen heutigen Politikern hat sie immer gerne aus ihrem Privatleben erzählt. Vor allem in ihrer Anfangszeit als Familienministerin gab es kaum eine Talkrunde und nahezu kein Interview, ohne die ausdrückliche Betonung ihrer siebenfachen Mutterschaft.

Ein Schachzug der ihr als Politikerin bis heute hilft. Denn sie hat damit vor allem die letzten verbliebenen Konservativen in ihrer Partei eingelullt. Offenbar so sehr, daß es an ihrer Tätigkeit im Verteidigungsministerium bis heute kaum Kritik aus den eigenen Reihen gibt.

Dabei sind ihre Leistungen im Job bestenfalls mittelmäßig. Müßte von der Leyen ihren Ministerposten über ein gewöhnliches Bewerbungsverfahren erlangen, würde ihr das wohl allenfalls mit Hilfe eines ihrer eigenen Förderprogramme gelingen.

Neue Stoßrichtung für die Truppe

Denn während die Verteidigungsministerin sich mit geradezu herzergreifender Detailverliebtheit ihren persönlichen Gesellschaftsexperimenten widmet, bleiben die wirklich wichtigen Aufgaben liegen. Die Ausrüstung der Truppe gammelt weiter vor sich hin. Zuletzt sorgten die offenbar nicht Nato-tauglichen Tornados für nationale und internationale Schlagzeilen.

Aber vielleicht braucht unsere moderne Bundeswehr solch schnöde Kampfausrüstungen künftig ja auch gar nicht mehr. Die Umstandsmode für schwangere Soldatinnen könnte ein erstes Indiz für die neue Stoßrichtung der Truppe sein. Obwohl die neue Bauchfreiheit bei der Dienstkleidung im Test insgesamt positiv bewertet wurde, fiel das Urteil über den Feldanzug für Schwangere nämlich eher negativ aus.

So haben die Soldatinnen bei der Feldhose einen Strickeinsatz abgelehnt und einen leichteren Stoff vorgeschlagen. Damit dürften sie dann bestens gerüstet sein. Zumindest wenn Einsätze künftig nicht mehr in Afghanistan oder an irgendeinem anderen familienunfreundlichen Ort stattfinden, sondern zum Beispiel im bunten Bälle-Paradies des nächstgelegenen Möbelhauses.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Workshop zur sexuellen Orientierung in der Bundeswehr 2017 Foto: picture alliance/dpa
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