Zitatesammlung von Angela Merkel

Kanzlerinnensätze für die Ewigkeit

Der Name Angela Merkel steht nicht nur für eine Politik der Kehrtwenden (Atomausstieg, Wehrpflicht-Aus, Refugees Welcome, Ehe für alle) sondern auch für Profil-, Kontur- und Prinzipienlosigkeit. Als Regierungschefin wirkt Merkel oft blaß, sie ist kein Charakterkopf und keine schillernde Persönlichkeit. Das führte häufig dazu, daß ihre Gegner sie unterschätzten.

Ähnlich farblos wie ihre Politik sind auch ihre Reden und Ansprachen. Die CDU-Chefin ist keine große Rhetorikerin und keine Politikerin, die es vermag, mit Worten, die die Zeit überdauern, Geschichte zu schreiben. Ihre Sätze wirken häufig schlicht und mitunter sogar hilflos, was sich am stärksten zeigt, wenn ihre Zitate aufgeschrieben werden. Merkel weigert sich konsequent, in druckreifen Sätzen zu sprechen.

Dennoch haben ihre Formulierungen und Äußerungen einen hohen Wiedererkennungswert, eben weil ihre Ausdrucksweise charakteristisch für Merkel ist. Die JUNGE FREIHEIT hat daher einige ihrer Zitate aus den vergangenen zwölf Regierungsjahren zusammengestellt.

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“

(2012 bei der Vorstellung des von ihr herausgegebenen Buches „Dialog über Deutschlands Zukunft“)

„Zur Wahrheit gehört auch: Manchmal hat man den Eindruck, daß auch einige, die schon immer hier in Deutschland leben, dringend einen Integrationskurs nötig haben.“
(2016 auf dem CDU-Parteitag in Essen)
„Wie viele christliche Weihnachtslieder kennen wir denn noch und wie viele bringen wir denn unseren Kindern und Enkeln noch bei? Dann muß man eben mal ein paar Liedzettel kopieren und einen, der Blockflöte spielen kann mal bitten.“
(2016 über die Ängste von Bürgern vor dem Islam auf einem CDU-Sonderparteitag in Mecklenburg-Vorpommern)
„Wir müssen aufpassen, daß wir nicht zu einer Nation werden mit Leuten, die alle vor dem Fernseher sitzen und genau wissen, wer wie Fußball spielen muß, aber selber nicht mehr in der Lage sind, einen Ball vor sich her zu schieben.“

(2012 auf dem Katholikentag in Mannheim zum demographischen Wandel)

„Nein. Ich habe gewisse kamelartige Fähigkeiten. Ich habe eine gewisse Speicherfähigkeit. Aber dann muß ich mal wieder auftanken.“

(2013 im Gespräch mit der Zeitschrift Brigitte auf die Frage, ob sie wirklich nur vier Stunden Schlaf brauche)

„Politik heißt nicht, ständig nach dem Wetterhahn auf dem Dach zu schauen, sondern seine Überzeugungen umzusetzen.“

(2010 im Spiegel-Interview über die damals schlechten Umfragewerte)

„Ich habe entschieden, daß das Programm ausgewogen und richtig ist.“

(2010 im Streit über das Sparpaket zwischen CDU, CSU und FDP)

„In bestimmter Weise habe ich auch ’was zu sagen, aber ich kann viel sagen, wenn nicht andere mitmachen und wenn wir nicht bestimmte Dinge auch gemeinsam unternehmen.“

(2010 im koalitionsinternen Streit über Steuerstrukturreformen, Afghanistan, EU-Beitritt der Türkei u.a.)

„Immerhin haben wir es geschafft, daß das Gesicht der Kanzlerin ostdeutsch ist. Das ist ja schon mal was.“

(2009 zur Kritik, es seien zu wenig Männer aus den östlichen Bundesländern im Kabinett vertreten)

Kann zufrieden lächeln: Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: picture alliance/dpa
„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“

(2008 zu den Finanzproblemen der Hypo Real Estate)

„Die Frauenfußball-Nationalmannschaft ist ja schon Fußballweltmeister, und ich sehe keinen Grund, warum Männer nicht das Gleiche leisten können wie Frauen.“

(2005 in ihrer Neujahrsansprache zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006)

„Ich bin wahrscheinlich älter und reifer geworden, aber der Spaß hat nicht nachgelassen. Mir geht’s gut.“

(2009 zur Vorstellung des schwarz-gelben Koalitionsvertrages)

„Jeder hat seine Art, zurückzuschlagen. Schweigen kann`s auch mal sein.“

(2009 in der Sendung „Anne Will“ über den Druck von SPD-Politikern auf sie)

„Wir haben alle Chancen und Freiheiten, uns zu unserer Religion, sofern wir sie ausüben, zu bekennen. Und wenn ich etwas vermisse, dann ist es doch nicht, daß ich jemandem vorwerfe, daß er sich zu seinem muslimischen Glauben bekennt, sondern dann haben wir doch auch den Mut, zu sagen, daß wir Christen sind. Wenn Sie mal Aufsätze in Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten bedeutet, dann würde ich mal sagen, ist es mit der Kenntnis über das christliche Abendland nicht so weit her. Und sich dann anschließend zu beklagen, daß sich Muslime im Koran besser auskennen, das finde ich dann irgendwie komisch.“

(2015 in einer Fragestunde in Bern zu einer Bürgerin, die sagte, sie sorge sich vor einer Islamisierung)

„Vielleicht wird sich der Wohlstand wandeln, aber so, daß wir es nicht als Verzicht erleben werden.“

(2007 im Interview mit der Zeit über Klimawandel und Energieverbrauch)

„Ich halte das Vorgehen für alternativlos.

(2009 über ein Gesetz zur Enteignung von insolventen Banken)

„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.

(2010 im Bundestag über geplanten Maßnahmen zur Euro-Rettungspolitik)

„Die beschlossenen Hilfen sind alternativlos.

(2010 zum ersten Rettungspaket für Griechenland)

„Ich freue mich, daß es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten.

(2011 nach der Erschießung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden)

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Wir schaffen das Foto: picture alliance/dpa
„Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung, mit völliger Grundordnung, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.

(2013 zur Rechtfertigung des NSA-Überwachungsprogramms Prism)

„Das Ausspähen von Freunden geht gar nicht.

(2013 vor einem EU-Gipfel in Brüssel)

„Wir haben so vieles geschafft. Wir schaffen das!

(2015 über die Bewältigung der Asylkrise)

„Und wenn wir jetzt anfangen müssen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.

(2015 zur Rechtfertigung der Grenzöffnung)

„Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin, nun sind sie halt da.

(2015 in einer Bundestagsfraktionssitzung als Antwort auf die Kritik an der Grenzöffnung)

„Denken beim Reden ist auch nicht so einfach.“

(2013 in einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte über ihre Sympathie für das Schweigen)

„Wenn man Verschiedenes denken will, braucht man vor dem Reden eine Phase des Schweigens.“

(2013 in einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte über ihre Sympathie für das Schweigen)

„Ich glaube, wir haben von den Gastarbeitern ein wenig übernommen, daß man in Restaurants auch draußen sitzt, daß man ein bißchen lockerer an die Dinge herangeht, daß man offener sein kann und daß alles nicht mehr so sehr genormt ist. Das hat den Deutschen ganz gut getan und sie haben mitgemacht.“

(2015 bei der Veranstaltung „60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland“)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Foto: picture alliance / dpa
„Unser Nachbar ist Syrien.“

(2017 zur Verteidigung ihrer Flüchtlingspolitik)

„Was wir in Deutschland nicht können, ist, einseitig festlegen: Wer kommt noch, wer kommt nicht.“

(2015 im ZDF-Interview zur Asylkrise)

„Auch wenn es in einigen Fragen gravierende Meinungsverschiedenheiten gibt, müssen wir miteinander sprechen, weil man sonst in ein Schweigen und ein immer geringeres Verständnis einmündet.“

(2017 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Rußlands Präsident Wladimir Putin)

„Vom Grundsatz her setzen wir uns für die Meinungsfreiheit in Deutschland ein.“

(2017 nach der Entscheidung einiger Kommunen, türkische Minister auszuladen)

Wenn ich sehe, wie viele Kernkraftwerke weltweit gebaut werden, dann wäre es wirklich jammerschade, sollten wir aus diesem Bereich aussteigen.“

(2009 über Atomenergie in Deutschland)

„Wenn Sie mich fragen, ob die Schließung der Balkanroute das Problem gelöst hat, sage ich klar Nein.“

(2016 gegenüber der Zeit zur Kritik an der Grenzschließung der Balkanländer)

„Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt. Das lassen wir uns nicht nehmen.“ 

(2017 auf dem CDU-Landesparteitag in Mecklenburg-Vorpommern)

„Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten.“

(2017 nach der Bundestagswahl)

Zusammengestellt von krk, ls und tb

Wahlplakat der CDU mit Angela Merkels Händen Foto: picture alliance / Sven Simon

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