Thilo Sarrazin (SPD): Häufige Ursache für schlechte Integration ist der Islam Foto: picture alliance/HERBERT NEUBAUER/APA
Meinungsfreiheit

Eine unbequeme Wahrheit

Als „nicht hilfreich“ bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel 2010 Thilo Sarrazins islamkritischen Bestseller „Deutschland schafft sich ab“, den sie nach eigener Darstellung gar nicht gelesen hatte. Damals brach der politische und mediale Furor über Sarrazin herein. Der Kurzzeit-Bundespräsident Christian Wulff („Der Islam gehört zu Deutschland“) betrieb erfolgreich dessen Ablösung als Bundesbankdirektor, der SPD-Vorstand strengte ein Ausschlußverfahren gegen den langjährigen Senator an. Vergeblich. Der Versuch, Sarrazin bürgerlich zu vernichten, scheiterte auf ganzer Linie. Millionenfach ging das lesenswerte Buch über den Ladentisch.

Acht Jahre später weigert sich die mit erheblicher Marktmacht ausgestattete Verlagsgruppe Random House, Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ trotz eines Autorenvertrags zu veröffentlichen. Das Buch könne islamkritische Stimmungen aufgreifen und verstärken, heißt es. Welch eine erbärmliche Haltung. „Vorbeugende Unterwerfung“ ist dies, um den Buchtitel eines DDR-Kritikers aus den 80er Jahren zu bemühen.

Die Islamisierung Deutschlands schreitet voran

Es geht nicht um die Gefühle von hier lebenden Muslimen, es geht um einen konstitutiven Bestandteil unserer Gesellschaft, nämlich um die Meinungsfreiheit. In Artikel 5 des Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Eine Zensur findet nicht statt.“

2010 schrieb Sarrazin, die Ursachen für die schlechte Integration von Muslimen seien nicht ethnisch, sondern lägen offenbar in der Kultur des Islams. „Die kulturelle Eigenart der Völker ist keine Legende, sondern bestimmt die Wirklichkeit Europas.“ Längst ist die Ansicht gewachsen, daß Sarrazin damals recht hatte. Die Islamisierung Deutschlands schreitet voran, das Land muß sich endlich dieser Herausforderung stellen. Hält dieser Trend an, mit einem wachsenden Anteil der Muslime und einer anhaltend hohen Geburtenrate, wird unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung ernsthaft gefährdet.

Der Wind hat sich gedreht

Es ist erfreulich und mutig, daß nun die Münchner Verlagsgruppe das Buch Ende August herausgeben wird. Es stellt einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über den Islam dar. Pointiert und kenntnisreich beschreibt Sarrazin die Lehren des Koran als ein geistiges Gefängnis, in dem demokratische Strukturen weitgehend fehlten, die Religionsfreiheit eingeschränkt und die Bildung niedrig sei. Man darf gespannt sein, wie Politik und Medien auf dieses Buch reagieren. Erneut mit einer ins Persönliche reichenden Schmähung und Stigmatisierung des Autors wie 2010?

Doch der Wind hat sich gedreht. Die Belehrungsdemokratie ist längst an ihre Grenzen gestoßen, der verschweigende Erziehungsjournalismus in die Defensive geraten. Die „Toleranzpurzelbäume“ der Gutmenschen gegenüber dem Islam werden kritischer gesehen. „Betreutes Denken“ war gestern, wie ein Blick auf die politische Zusammensetzung des Bundestags zeigt. Sarrazins neues Buch wird für Aufregung und Kontroversen sorgen. Das stärkt die Gesellschaft.

Thilo Sarrazin (SPD): Häufige Ursache für schlechte Integration ist der Islam Foto: picture alliance/HERBERT NEUBAUER/APA

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