Opfer des Anschlags: Eine Eskalation nützt niemandem Foto: picture alliance / abaca
Meinung

Die Gefahr wurde systematisch kleingeredet

Die kaltblütig durchgeführte militärische Kommandoaktion von mutmaßlich islamistischen Terroristen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris versetzt Europa einen Schock. Satire lotet die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit aus. Die Mohammed-Karikaturen, die Charlie Hebdo druckte, rief schon einmal 2011 militante Moslems auf den Plan. Damals blieb es bei einem Brandanschlag, der die Redaktionsräume verwüstete. Der Chefredakteur des Charlie Hebdo, Gérard Biard, hatte im JF-Interview nach dem Brandanschlag warnend geäußert: „Ich sage den Franzosen, ich sage Europa und dem Westen insgesamt, aber ich sage auch den Journalisten: Wacht auf! Hört auf, den politischen Islam zu unterstützen. Seid nicht naiv, diese Leute kennen keine Toleranz und bedrohen sogar die Muslime, die ihrer Meinung nach zu moderat sind.“

Jetzt schlugen die Terroristen mit Sturmgewehren zu und verübten ein Massaker, bei dem zwölf Menschen ermordet wurden. Noch vor wenigen Tagen war bei jüngsten Anschlägen in Paris durch extremistische Moslems von „verwirrten Einzeltätern“ gesprochen worden. Wenn dieser Terroranschlag kein dramatischer Weckruf ist, was dann. In dieser Zeitung wurde erst vor wenigen Monaten vor der brisanten Gefahr heimkehrender „Gotteskrieger“ aus Syrien gewarnt. Jetzt sehen wir die Folgen.

Debakel für eine politisch-mediale Klasse

Brutaler könnte eine Bestätigung kaum ausfallen für die Pegida-Demonstranten in Deutschland, die vor den Folgen einer Islamisierung Europas und dem Import ethnischer und religiöser Konflikte warnen.

Niemand kann es wünschen, daß die Lage jetzt weiter eskaliert. Für die Terroraktion sind nicht die Moslems und der Islam verantwortlich zu machen. Der 7. Januar 2015 ist vielmehr das Debakel für eine politisch-mediale Klasse, die unkontrollierte Masseneinwanderung befördert und die damit verbundenen ethnischen und religiösen Probleme und Gefahren systematisch kleingeredet haben.

Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den Angehörigen der Journalisten und Polizisten, die Opfer dieses brutalen Terroranschlags wurden.

Opfer des Anschlags: Eine Eskalation nützt niemandem Foto: picture alliance / abaca

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