Meinung
 

Halbherzig distanziert

Sina Doughan lediglich als naiv abzutun, wäre zu einfach. Die Bundesvorsitzende der Grünen Jugend weiß sehr genau, was sie tut. Und sie weiß auch, daß die linksextreme Rote Hilfe, deren Mitglied sie ist, weder die Methoden der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF) ablehnt, noch sich von Gewalt als Form der politischen Auseinandersetzung distanziert.

Doughan selbst mag das tun, zumindest hat sie dies – nachdem massive Kritik an ihrer Mitgliedschaft in der Roten Hilfe aufgekommen war – öffentlich bekundet.

Unglaubwürdig

Glaubwürdig ist die Distanzierung jedoch nicht. Das wäre sie nur gewesen, wenn Doughan die Vereinigung verlassen hätte – ohne Wenn und Aber. Ein Blick auf die Internetseite der Roten Hilfe oder in die Verbandszeitschrift reicht, um zu wissen, wie die Organisation zu diesem Staat steht.

Wer verurteilte Terroristen als „politische Gefangene“ verklärt und das Ahnden schwerer Gewalttaten als „staatliche Verfolgung“ gegen die „Bewegung“ brandmarkt, zeigt deutlich, wes Geistes Kind er ist.

Man kann nicht einer Vereinigung angehören, die dieses „System“ ablehnt, und gleichzeitig für einen Platz im Parlament kandidieren, das genau dieses repräsentiert. Soviel logischen Sachverstand besitzt auch Sina Doughan – und genau deshalb ist ihre halbherzige Distanzierung auch nichts wert.

JF 17/13

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