Kein Feld für Besserwisser

Die Ströbeles und Brüderles haben mal wieder ein paar Groschen politischen Falschgelds gefunden: Angeblich haben an die dreißig meist ehemalige Beamte von Polizei, GSG 9 und Bundeswehr Sicherheitskräfte eines früheren „Schurkenstaates“ im Anti-Terror-Kampf trainiert – in den Jahren 2005 bis 2007, in denen Deutschland von Rot-Grün zu Schwarz-Rot changierte. Auf wichtigtuerische Fragen von FDP, Linken und Grünen hat der BND offenbar erklärt, er habe von nichts gewußt – leider. Denn dem deutschen Dienst sollte nichts entgehen, was in Nahost oder im Maghreb passiert – vor allem dann nicht, wenn auch Deutsche involviert sind.

Manche Politiker und Journalisten sind verständnisresistent dafür, daß Leugnungsstrategien genauso zum Handwerkszeug geheimer Dienste gehören wie inoffizielle Kontakte und Zusammenarbeit mit den „Firmen“ auch nicht befreundeter Staaten. Was es mitzuteilen gäbe, wird auf den Tisch des Parlamentarischen Kontrollgremiums kommen. Daß „die üblichen Verdächtigen“ wieder mal einen „Skandal“ ausmachen, ist bislang nur Wichtigtuerei. Sind Gesetzesverstöße erwiesen? Sind Unschuldige zu Tode gekommen? Ist den deutschen Interessen geschadet worden? Das sind die einzigen Fragen, die sich stellen. Die Realpolitik ist kein Feld für Besserwisserei und Prinzipienritter.

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