Superwahljahr
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Interview
 

Islamkritiker liefern sich „Kampf um Berlin“

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Wahlplakate von Pro Deutschland und Der Freiheit: Streit statt Konsens Foto: JF

BERLIN. In der heißen Phase des Wahlkampfes liefern sich in Berlin die Bürgerbewegung Pro Deutschland und die Partei Die Freiheit ein erbittertes Duell um die rechtskonservativen Wähler in der Hauptstadt. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT lassen die beiden Parteivorsitzenden kein gutes Haar aneinander.

Der ehemalige CDU-Politiker und Freiheit-Vorsitzende René Stadtkewitz warf der Pro Bewegung vor, sich durch die Aufnahme von zahlreichen Rechtsextremisten zu einer „NPD 2.0“ gemacht zu haben. Pro-Deutschland-Chef Manfred Rouhs konterte und bezeichnete die Freiheit als reines „Operettenunternehmen“, das durch Scheinaktivitäten das islamkritische Wählerpotential zersplittern solle.

Gemein ist beiden lediglich der Glaube an den Einzug ins Parlament. Zwar liegen Pro Deutschland und Die Freiheit in Umfragen zusammen etwa einem Prozent, dennoch geben sich die beiden Parteivorsitzenden siegessicher. „Unser Politikansatz greift das auf, was immer mehr Bürger umtreibt und von den Etablierten nicht angepackt wird“, sagte Stadtkewitz und ist sich sicher: „Die Deutschen wollen endlich eine bürgerliche Alternative.“

Wilders am Sonnabend in Berlin

Rouhs dagegen verweist auf die monatelange Basisarbeit, mit der sich Pro Deutschland eine Basis von 20.000 Stimmen erarbeitet habe. Auf der Zielgeraden des Wahlkampfes sollen nun noch einmal mehrere Hunderttausend Flugblätter an die Berliner Haushalte verschickt werden. „Warum sollte, was bei einer Million Kölnern funktioniert hat, bei 3,5 Millionen Berlinern nicht funktionieren.“

Während Pro Bewegung mit dem sogenannten „Antiislamisierungskongreß“ bereits am vergangenen Wochenende ihren Wahlkampfhöhepunkt abhielt, konzentriert sich Die Freiheit vor allem auf den Besuch des niederländischen Islamkritikers Geert Wilders (PVV) am kommenden Samstag. Hierzu erwartet Stadtkewitz mehr als 800 Gäste und 100 Journalisten.

Linksextreme Gruppen mobilisieren bereits zu Blockaden, um den Wilders-Auftritt zu verhindern. Bei aller Uneinigkeit können sich die Parteien also zumindest sicher sein, dieselben Gegner auf den Plan zu rufen. (ho)

Die vollständigen Interviews mit den beiden Parteivorsitzenden und einen Bericht vom Berliner Wahlkampf lesen Sie in der aktuellen Ausgabe (36/11) der JF.

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