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Die Schlesier

Die Deutschen können sich beglückwünschen, weil sie Podolski und Klose haben, die polnischer Abstammung sind“, erklärte der polnische Nationaltrainer Pawel Janas unmittelbar nach der Gruppenauslosung für die Fußball-WM im Dezember 2005. Und auch die deutschen Medien kolportieren gerne diese „multikulturelle“ Mär. Tatsächlich aber wurden die beiden Torjäger in Oberschlesien geboren, als Kinder kamen sie mit ihren Eltern als Aussiedler – also als Volksdeutsche, nicht als Ausländer – in die Bundesrepublik. Gerne jedoch lassen politisch korrekte Journalisten diesen Umstand fallen. Zuweilen schlägt das Kapriolen, so nannte die Berliner Zeitung Klose in ein und demselben Satz sowohl „Sohn polnischer Eltern“ als auch „Enkel deutscher Großeltern“. Uninformiert tönen die Medien, seine Identität hätte das Sturmduo längst geklärt – und zwar zugunsten der polnischen. Das trifft auf Klose gar nicht, auf Podolski nur bedingt zu. Lukas Podolski wurde 1985 in Gleiwitz geboren und kam bereits als Zweijähriger mit Vater Waldemar und Mutter Christina nach Bergheim bei Köln. Da aber noch ein beträchtlicher Teil der großen Familie in Oberschlesien lebt, zieht es „Poldi“ mehrmals im Jahr in seine Heimat. In Polen wird er so als heimatverbundener Landsmann deklariert. Podolski selbst weicht aus: „Ich bin Fußballer“, lautete seine Antwort auf die Frage nach seiner Identität, ehe er ergänzte: „Ich fühle mich beiden Ländern verbunden.“ Sturmpartner Miroslav Klose wurde vor 28 Jahren in Oppeln geboren. Vater Josef und Mutter Barbara waren Deutsche und Leistungssportler. Während sie 82 Mal für die polnische Handballnationalmannschaft auflief, kickte er als Fußball-Profi unter anderem für AJ Auxerre in Frankreich. 1987 siedelte die Familie dann von Schlesien in die Pfalz aus. Als Miroslav bei der WM 2002 fünf Treffer erzielte, trafen sich die Fans aus der heutigen deutschen Minderheit im Oppelner Land mit Deutschlandfahnen in den Kneipen. Viele trugen auch das Nationaltrikot mit Kloses Nummer. Auf die Straße ging man nicht, wollte lieber nicht provozieren. Knapp zwei Jahre zuvor hatte der damalige polnische Nationaltrainer Jerzy Engel bei Klose angefragt, ob er für Polen spielen wolle – und erhielt eine Absage. Ebenso wie jene Fans, die darauf hofften, Klose würde jetzt vor dem WM-Duell auch die polnische Nationalhymne mitsingen. „Die kann ich gar nicht“, stellte der Bundesliga-Torschützenkönig klar, dessen Vater nach wie vor gute Beziehungen zur deutschen Minderheit unterhält. Wie Jörg Ciszewski, Redakteur beim Schlesischen Wochenblatt, der Zeitung für die deutsche Minderheit, jüngst betonte, hat Miroslav Klose für die Deutschen in Schlesien noch immer eine Vorbildfunktion und ist im Gegensatz zu den polnischen Spielern eine große Identifikationsfigur. Bei den Polen dagegen ist Klose weniger beliebt, er wird mehrheitlich nicht als Pole angesehen, statt dessen als abgehoben, neureich und deutsch charakterisiert.

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