Stunde der Heuchler

Ein Papst hat den Auftrag, die Gläubigen in Christus zu einen. Daß Benedikt XVI. dies ein innerstes Anliegen ist, hat er bei seiner ersten Ansprache verkündet. Es geht bei der Piusbruderschaft immerhin um 600.000 Gläubige und 493 Priester, die er aus ihrem rechthaberischen, rechten Trotzwinkel herausholen möchte. Nach Tagen der hysterischen Medienkampagne gegen einen der größten Deutschen, die dieses Land hervorgebracht hat, mußten die professionellen Meinungsmanipulatoren den Unterschied zwischen Aufhebung der Exkommunikation und Aufhebung der Suspension oder gar einer „Rehabilitierung“ zur Kenntnis nehmen. Aber da war das Kind schon in den Brunnen gestoßen – dieses „Kind“, dem es immer wieder gelingt zu zeigen, daß die Kaiser des säkularen Kreuzzugs gegen die katholische Kirche keine Kleider anhaben. Vier Jahre lang konnten sie nichts ausrichten gegen den Glanz der Wahrheit des Pontifikats Benedikts XVI. Die Gelegenheit zum medialen Rufmord schuf Bischof Williamson möglicherweise im Verein mit zwei französischen Kampflesben, Caroline Fourest und Fiammetta Venner, wie die FAZ vermutet („Der Vatikan in der Falle zweier Frauen“, 5. Februar). Die Holocaust-Karte sticht, und wenn sie noch so absurd ist, wenn sie noch so verlogen ist. Was kostet es denn heute, die Nazis als das zu bezeichnen, was sie sind: Verbrecher? Gar nichts kostet es, im Gegenteil, man weiß sich wohlig eingebettet im Mainstream. Die Ursachen der heutigen Probleme aufzudecken, zum Beispiel der Familienzerstörung und des europäischen Bevölkerungssuizids, erfordert jedoch zunehmend Opferbereitschaft. Noch nie war die Wahrheit ein Massenschlager. Tag für Tag nennt der Papst die Ursachen mahnend beim Namen: die Ausbeutung des Menschen, die Armut durch entfesselte Profitsucht, Gewalt zur Durchsetzung von Macht, die Beseitigung aller sexuellen Normen. Deswegen wird er gehaßt von allen, die vom Bösen profitieren und dafür die Gebote Gottes in den Wind schlagen. Diese Gebote sind uns ins Herz geschrieben, auch wenn die Mahnungen des Gewissens im Haß auf ihren Urheber und ihren Verkünder untergehen. Das Böse trägt in unserer Zeit ein neues Gewand. Nur allzuoft tragen es jene, die sich jetzt moralische Autorität anmaßen, wo es nichts kostet, vielmehr Massenapplaus einbringt. Sie sind zu fürchten als die Wegbereiter eines neuen Totalitarismus, unter dem die Christen – wie immer – nichts zu lachen haben werden.   Gabriele Kuby ist Soziologin und Publizistin. Sie lebt in Rimsting (Oberbayern).

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