Joachim Kuhs

 

Haarsträubend

Mittweida, Mügeln, Mannichl: Das angebliche Messerattentat auf den Passauer Polizeidirektor verspricht die Farce des Jahres aus dem antifaschistischen Komödiantenstadl zu werden. Täppische Provinzpolizisten auf Neonazi-Jagd, haarsträubende Ermittlungsfehler, und als Krönung ein hastig eingebuchtetes und kleinlaut wieder freigelassenes Ehepaar mit passender politischer Ausrichtung, das offenbar ausgerechnet Dauer-Observierer vom Verfassungsschutz zu Alibizeugen hat – soll man lachen oder sich doch lieber ernsthaft um einen Rechtsstaat sorgen, der von betriebsblinden Gesinnungskommissaren zur Lachnummer degradiert wird? Immerhin, nach Wochen der Antifa-Erregung, in denen auf allen politischen und medialen Ebenen der Katalog der Pflichtreflexe vom Parteienverbot bis zum sozialtherapeutischen Nachrüstungsbeschluß durchexerziert wurde, kehrt langsam die Vernunft zurück, nehmen sich professionelle LKA-Ermittler der im politisch korrekten Eifer versäumten Spurensicherung an und überprüfen die viel näherliegende Möglichkeit einer Beziehungstat aus dem privaten Umfeld Mannichls. Zweifel an dessen Glaubwürdigkeit äußerten übrigens Leserkommentare in den Internetforen der großen Zeitungen – anders als die Scharen kritischer Journalisten – schon vom ersten Tag an. Volkes Stimme ist bisweilen eben doch klüger als der Chor der Volkspädagogen.

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