Alt-neue Großrussen

Der russische Energiemonopolist Gazprom stellt den Erdgas-Lieferstopp als gerechte und notwendige Maßnahme gegenüber dem säumigen Schuldner Ukraine dar. Daß es zu keiner Einigung über den Gaspreis kam, hängt mit den Finanzproblemen der Ukraine, aber auch mit dem Machtgerangel zwischen dem ukrainischen Präsidenten Juschtschenko und Premierministerin Timoschenko zusammen. Was aber, wenn Moskau das Scheitern der Verhandlungen bewußt einkalkuliert hätte? Energie ist für Rußland ohne Frage ein Machtmittel und der Staatsbetrieb Gazprom ein Instrument, um der Ukraine und im selben Zug auch dem Westen deren Abhängigkeit klarzumachen. Die Unabhängigkeit der Ukraine, momentan die Diskussion über die Westbindung des Landes, ist den alt-neuen Großrussen ein Dorn im Auge. Mag Europa auch warnen, Rußland dürfe seinen Ruf als zuverlässiger Energielieferant nicht aufs Spiel setzen, so weiß Brüssel wie auch Kiew nur zu gut, wer energiepolitisch am längeren Hebel sitzt. Der Ausweg besteht nur in einer größeren Unabhängigkeit, in politischer wie auch energiewirtschaftlicher Hinsicht – es sei denn, Rußland verabschiedet sich vom alten Blockdenken, was angesichts (noch) sprudelnder Energiequellen unwahrscheinlich ist.

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