Kein Täter, kein Motiv

Nichts Genaues weiß man nicht. Die alte Floskel trifft auch auf den „Fall Mannichl“ zu, in dem die Ermittler bis heute keinen Täter und damit auch kein Motiv präsentieren können. Noch immer fehlt jede Spur vom Unbekannten mit Glatze, bairischem Dialekt und der auffälligen Tätowierung am Kopf, der den obersten Passauer Polizisten an dessen Haustür fast erstochen hätte. Sind die Mahner und Warner in Politik und Presse also wieder einmal übers Ziel hinausgeschossen, als nach dem Attentat das große Geschrei anhob: von der verkannten „braunen Gefahr“, vom längst überfälligen NPD-Verbot, von der Notwendigkeit gesicht-zeigender „Zivilcourage“ und mehr, viel mehr (Steuer-)Geld im „Kampf gegen Rechts“…? Sicherlich. Aber wer blamiert sich damit schon, wenn es der guten Sache dient? Wiederholen sich also zum x-ten Mal „Sebnitz“, die „Heldin von Mittweida“ oder „Ermyas M.“? Etwaige Analogien sind verfrüht. Denn sicherlich war beim „Fall Mannichl“ wegen diverser Vorgeschichten die Spurensuche im rechtsextremen Milieu sinnvoll. Die Achtung vor dem Rechtsstaat gebietet allerdings, zwischen Ermittlungsbeginn und -ergebnis zu unterscheiden. Dies zu betonen, ist die Aufgabe kritischer Berichterstattung; wer hier für mehr Trennschärfe plädiert, macht sich noch lange nicht mit Extremisten und Gewalttätern gemein.

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