Joachim Kuhs

 

Fragwürdig

Islamismus in Deutschland? Islamistische Terrorzellen in Hamburg, Köln oder Berlin? Wenn es um die Anwesenheit radikaler Islamisten in Deutschland geht, werden die Fragen „Woher kommen sie? Wer kennt sie?“ kaum beantwortet. Vor allem die vielen muslimischen Verbände weisen Berührungspunkte gern weit von sich. So entsteht eine Schimäre, die es schwer macht, den Durchblick zu behalten. Entsprechend fällt es just im berüchtigten Sommerloch auf fruchtbaren Boden, wenn der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, Tacheles redet. Der in Aachen geborene Sohn eines Syrers und einer Deutschen legt den Finger in die Wunde und hält der moderaten Mehrheit der Muslime in Deutschland den Spiegel vors Gesicht. Was sich darin widerspiegelt, ist mehr als ein Armutszeugnis. Ja, es zeugt von offenkundiger Ignoranz. „Die moderate Mehrheit“, so Mazyek selbstkritisch, müsse eingestehen, sich „bisher zu wenig“ mit dem kriegerischen Islam auseinandergesetzt zu haben – „auch aus falsch verstandener Brüderlichkeit“. Rums, das saß. Und der 38jährige, der auch gern als Werber für mehr Humor unter den Muslimen auftritt, bringt etwas mehr Licht ins Dunkel, indem er den Imamen in den Hunderten Moscheen in Deutschland aufklärerisch die Leviten liest. Da hat man wohl beiderseits der muslimischen Gotteshäuser fest die Augen zugedrückt. Doch peu à peu lüftet sich der Schleier, hinter dem viele Nicht-Muslime noch einiges an Unbill vermuten.

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