Forschungsfrust

Der Bundesforschungsbericht 2004 weist, wie SPD-Bildungsministerin Edelgard Bulmahn selbstlobend erwähnt, eine Etatsteigerung von 7,2 (zu Zeiten des Regierungsausklangs der Ära Kohl) auf 8,2 Milliarden Euro aus. Die Opposition moniert trotzdem, es seien bei SPD-Regierungsantritt 20 Prozent mehr Forschungsgelder versprochen worden. Solche Differenzen wirken angesichts drohender Haushaltslöcher von 50 Milliarden grotesk. Zumal Geld allein keine Forschungsleistung schafft, wie auch (und damit eng verwachsen) Geld allein keine besseren Universitäten oder gar Elitehochschulen hervorbringt. Wichtiger ist das Forschungsklima, das wiederum von den politisch gesetzten – präziser: zerstörten – Rahmenbedingungen beeinflußt ist. Staatliche Forschungsförderung ist im Gegensatz zur Industrieforschung nur sinnvoll, wenn sie langfristig und an der Grundlagenforschung orientiert ist. Dazu ist ein festes Vertrauen der Forscher in die Beständigkeit der staatlichen Einstellung unabdingbar. Erst dann kann Grundlagenforschung Erfolg haben und in die industriell verwertbare Produktentwicklung umgesetzt werden. Gerade Rot-Grün hat hier nachhaltig versagt. Die einst weltweit führende deutsche Atomforschung fristet eine kümmerliche Restexistenz. Deutsche Forschungsleistung auf dem Gebiet genveredelter Pflanzen darf im eigenen Lande nicht umgesetzt werden – um nur zwei Beispiele des eklatanten Versagens deutscher Forschungsförderung anzuführen. Da wundert es nicht, daß jetzt auch die Unternehmen weniger forschen.

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