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Bushs Rechnung

Wacker gibt Briten-Premier Tony Blair Feuerschutz. Sein dem Unterhaus präsentiertes Geheimdienstdossier enthält gleichwohl außer bekannten Anschuldigungen weder neue Fakten noch konkrete Beweise. Das Ziel, Zweifler auch in den eigenen Reihen auf Kriegskurs zu bringen, wird es nicht erreichen. Auch aus der EU kommen Querschüsse. Präsident Jacques Chirac, dem französische Handelsinteressen im Irak offenkundig wichtiger sind, fordert eine vorbeugende Verurteilung einseitiger Aktionen der USA, Italiens Premier Silvio Berlusconi hält demonstrativ dagegen. In Amerika schließlich hat der Parteienstreit das Thema eingeholt. Von seinem unterlegenen Rivalen muß US-Präsident George W. Bush sich unangenehme Wahrheiten anhören: Mit seinem Drängen auf einen Militärschlag habe der Präsident Sympathien verspielt und das Völkerrecht ausgehöhlt. Feigheit! echot es von den Republikanern zurück. So isoliert ist Deutschland also gar nicht. Die diplomatische Lähmung verdankt Kanzler Gerhard Schröder vor allem der Dummheit seiner geschaßten Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. In der Ecke wird er deswegen trotzdem nicht ewig stehen müssen. Der US-Kongreß hat ausgerechnet, daß der Irak-Krieg, an dem Präsident Bush unbeirrt festhält, bis zu 200 Milliarden Dollar kosten wird. Bei der Finanzierung wird man auf die braven Deutschen kaum verzichten wollen. Spätestens dann kann Schröder zeigen, ob sein „deutscher Weg“ der Anfang einer neuen deutschen Interessenpolitik war oder eben doch nur – allerdings erfolgreicher – Wahlkampflärm.

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