Stagflation

Das Wortkonstrukt „Stagflation“ verbindet die beiden wirtschaftlichen Unheilsituationen Stagnation (des Bruttoinlandsprodukts) und Inflation (der Preise). Jede für sich schon ein volkswirtschaftlicher Horror, bilden beide zusammen ein Desaster. Denn dazu gehört zwangsläufig ein weiteres, nicht direkt genanntes Verderben: hohe Arbeitslosigkeit. Wozu diese Nachhilfestunde in Ökonomie? Scheinbar glauben Politiker in Deutschland, eine solche Situation in den Bereich des Kleinkinderschrecks verweisen zu können. Die Bundesregierung jedenfalls weigert sich schlicht, die Stagnationsgefahr ernst zu nehmen. Dabei steigen die Inflationsraten auf seit sieben Jahren unbekannte Höhen, während der Wettlauf um die Korrektur der Wachstumserwartungen nach unten soeben die Ein-Prozent-Marke unterschritten hat. Den Kopf in den Sand zu stecken und dabei gebetsmühlenhaft optimistische Glaubenssätze zu versprühen, wird Fun-Kanzler Schröder nicht durch das Jammertal bringen. Noch dazu, wo das dicke Ende im nächsten Frühjahr noch bevorsteht. Wenn die Einführung des verachteten Euro die mehrheitlich unvorbereitete Bevölkerung in Angst und Verwirrung versetzt, ist weitere Kaufrückhaltung und damit eine Verschärfung der wirtschaftlichen Rezession absehbar. Stagflation führte schon einmal eine SPD-geführte Regierung in Verhängnis und Machtverlust. Altkanzler Schmidt weiß ein Lied davon zu singen. Schröder aber hört ofensichtlich lieber die Schmeichelsongs der Ignoranten – bis zur nächsten Bundestagswahl.

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