Kopenhagen
Einschußlöcher am Tatort in Kopenhagen: Möglicherweise handelt es sich um einen islamischen Anschlag Foto: picture alliance/dpa
Terroralarm

Tote bei Anschlägen in Dänemark

KOPENHAGEN. In Kopenhagen sind bei zwei Anschlägen zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Dänemarks Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt sprach von einem politisch motivierten Terrorakt. Vieles deutet auf einen islamistischen Hintergrund hin. Die Polizei erschoß am Sonntagmorgen den mutmaßlichen Täter.

Dieser hatte zuerst am Sonnabend ein Attentat auf eine Konferenz über Blasphemie und Meinungsfreiheit verübt. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, mehrere wurden verletzt, darunter drei Polizisten. Die Polizei fahndete nach einem arabisch aussehenden Mann, der mit einer automatischen Waffen das Feuer auf das Kulturzentrum in der dänischen Hauptstadt eröffnet hatte, in dem die Veranstaltung stattfand. Er floh in einem Kleinwagen.

In den Fenstern waren zahlreiche Einschußlöcher zu sehen. Da auch der dänische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks an der Veranstaltung teilnahm, gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, daß der Terroranschlag ihm galt.

Erinnerung an Attentat auf Charlie Hebdo

Vilks hatte den Propheten Mohammed 2007 als Hund dargestellt. Danach hatte Al-Quaida im Irak ein Kopfgeld in Höhe von 150.000 Dollar auf den ihn im Internet ausgelobt.

Auch der französische Botschafter in Dänemark, François Zimeray, war zu der Konferenz gekommen. Sowohl Vilks als auch Zimeray blieben unverletzt. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Sie haben uns von außen beschossen. Dahinter steckte dieselbe Absicht wie bei Charlie Hebdo – außer daß es ihnen nicht gelang, hereinzukommen.“

Bei einem islamischen Terroranschlag auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo waren Anfang Januar in Paris zwölf Menschen getötet worden.

Schüsse vor Synagoge

Wenige Stunden später fielen vor einer Synagoge mehrere Schüsse. Hier wurde ein jüdischer Wachmann getötet und zwei Polizisten verletzt. Dem Angreifer, offenbar der Täter des Anschlags auf das Kulturzentrum, gelang es jedoch nicht, in die Synagoge einzudringen, in der sich etwa 80 Besucher aufhielten. Er floh daraufhin zu Fuß.

Am frühen Sonntagmorgen erschoß ihn die Polizei dann in Norrebro. Der Bezirk hat einen hohen Einwandereranteil und liegt nicht weit von der Synagoge entfernt, wo es zuvor zu dem zweiten Anschlag gekommen war. Die Beamten hatten dort eine Wohnung überwacht. Als der mutmaßliche Attentäter erschien und die Polizei bemerkte, begann er zu schießen. Die Sicherheitskräfte erwiderten das Feuer und töteten den Mann. (krk)

Einschußlöcher am Tatort in Kopenhagen: Möglicherweise handelt es sich um einen islamischen Anschlag Foto: picture alliance/dpa

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