MAGDEBURG. Der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Hans-Thomas Tillschneider, hat sich dagegen ausgesprochen, „die heidnische Tradition gegen das Christentum in Stellung zu bringen“. Beides habe das Land geprägt, „wobei uns das Christentum historisch nähersteht als das längst vergangene Heidentum“, sagte er dem römisch-katholisch geprägten Portal Corrigenda. Die AfD sei „mit Abstand die christlichste Partei“ und zugleich gegen „die Regenbogenkirchen“.
Dabei betonte Tillschneider, dass über das Verhältnis von Heidentum und Christentum „versöhnlich zu sprechen“ sei. Das Christentum habe „viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen“. So sei „ein deutsches Christentum entstanden, das die Gestalt unseres Weges zu Gott bildet“. Tillschneider betonte, dass er mit dieser Formulierung nicht auf die „deutschen Christen“ der NS-Zeit anspiele.
Offenheit für „neopagane Naturreligiosität“
Auf die Frage von Corrigenda, warum Teile des Landesverbandes das Christentum zurückdrängen wollten, erklärte Tillschneider, es sei „kein Teil, sondern eine ganz isolierte, völlig irrelevante Einzelmeinung ohne Unterstützung im Landesverband“. Zugleich führte er aus, „im Sinne einer neopaganen Naturreligiosität“ könnten „Sommer- und Wintersonnenwenden durchaus als Teil des Brauchtums betrachtet werden“.
Der AfD-Vize äußerte sich vor dem Hintergrund eines Antrags, den ein Mitglied aus dem Kreisverband Magdeburg beim Parteitag im April gestellt hatte. Der Antrag plädierte dafür, „die kulturellen Brauchtumsfeste unserer Ahnen wieder zu pflegen“, wozu etwa „das Sonnenwend-/Mittsommerfest“ oder das „Julfest“ gehörten. Das Christentum stehe dagegen für „Schuldkult“, Naturverachtung und beschreibe Stolz als Sünde.
Zuletzt hatte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Spiegel auf den Vorstoß reagiert. „Wenn die (AfD, Anm. d. Red.) in Sachsen-Anhalt jetzt ernsthaft germanische Feiertage wie das Julfest einführen und dafür christliche Feiertage abschaffen will, fahre ich dahin und werde Weihnachten verteidigen. Die führen einen Kulturkampf gegen die zentralen Werte dieser Republik, und da darf man sich nicht wegducken, sondern muss diesen Kulturkampf annehmen.“ (ser)






