BERLIN. Die Zahl der Gewalttaten gegen Lehrer in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die über einen Zeitraum von zehn Jahren erstellt wurde. Demnach wurden im Jahr 2024 insgesamt 1.283 Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrer registriert.
Damit liegt der Wert deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Zwischen 2015 und 2023 hatten die Polizeibehörden jährlich zwischen 717 und 1.017 Fälle gemeldet.
Ein deutlicher Rückgang war lediglich in den Corona-Jahren zu verzeichnen. 2021 wurden nur 564 Fälle registriert, was vor allem auf Schulschließungen und eingeschränkten Präsenzunterricht zurückgeführt wird. Auch bei schwereren Gewaltdelikten zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Unter die Kategorie Gewaltkriminalität fallen unter anderem Raub, schwere und gefährliche Körperverletzung sowie Sexualdelikte. 2024 wurden in diesem Bereich 557 Fälle erfasst, nach 477 im Jahr zuvor. 2015 lag die Zahl noch bei 268 Fällen.
Nicht nur Lehrer von steigender Gewalt betroffen
Die Statistik erfasst nur solche Taten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Übergriffe außerhalb dieses Kontextes werden nicht als Gewalt gegen Lehrer gewertet. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sicherheit im öffentlichen Dienst.
Parallel dazu wird über schärfere Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte diskutiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der höhere Mindeststrafen für Angriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste vorsieht. Ein Kabinettsbeschluss steht noch aus.
Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Marcel Emmerich, forderte unterdessen bessere Schutzkonzepte auch für Lehrer. Einheitliche Verfahren im Umgang mit Übergriffen sowie technische Unterstützung wie Alarmsysteme seien notwendig. (rr)






