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Aus Protest gegen Trump: DFB-Vize heizt Debatte um WM-Boykott weiter an

Aus Protest gegen Trump: DFB-Vize heizt Debatte um WM-Boykott weiter an

Aus Protest gegen Trump: DFB-Vize heizt Debatte um WM-Boykott weiter an

WM-Boykott-Forderer und DFB-Vizepräsident Oke Göttlich mit „Antifascist“-Mütze sowie die deutsche Nationalelf bei ihrer umstrittenen Mund-zu-Geste bei der WM in Katar.
WM-Boykott-Forderer und DFB-Vizepräsident Oke Göttlich mit „Antifascist“-Mütze sowie die deutsche Nationalelf bei ihrer umstrittenen Mund-zu-Geste bei der WM in Katar.
WM-Boykott-Forderer und DFB-Vizepräsident Oke Göttlich mit „Antifascist“-Mütze sowie die deutsche Nationalelf bei ihrer umstrittenen Mund-zu-Geste bei der WM in Katar. Fotos: picture alliance (2) / xim.gs / Philipp Szyza & sampics / Stefan Matzke | Stefan Matzke
Aus Protest gegen Trump
 

DFB-Vize heizt Debatte um WM-Boykott weiter an

Darf Deutschland diesen Sommer an der Fußball-WM in den USA teilnehmen? DFB-Vizepräsident Oke Göttlich beharrt auf einem Boykott wegen Präsident Trump. Nun äußert sich auch die Bundesregierung.
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BERLIN. Seine Forderung nach einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada hat DFB-Vizepräsident Oke Göttlich am Abend erneuert. Vor dem DFB-Pokalspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC St. Pauli (3:0) sagte er dem ZDF: „Man kann ja ein Thema nicht totschweigen.“ Göttlich ist gleichzeitig auch Präsident des linken Hamburger Fußballvereins. Beim Derby gegen den HSV am 24. Januar trug er eine Mütze mit der Aufschrift „Antifascist“.

Über Widerspruch aus dem DFB gegen seinen Boykott-Aufruf zeigte er sich „überrascht, weil es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, daß man sich die Frage stellt, bevor man zu einem großen Turnier fährt, inwieweit die Bedingungen dort gegeben sind für den Zugang von Fans, für die freie Begegnung und so weiter“. Er bestand darauf, daß der deutsche Fußball die Weltpolitik zum Thema mache, denn dieser „funktioniert nicht im Reagenzglas“.

Der DFB hatte dagegen am Freitag mitgeteilt, ein Boykott sei „derzeit kein Thema“. Die Debatte über einen Rückzug der Nationalmannschaft von der WM solle intern geführt werden. Offenbar ist man in der Verbandsspitze genervt von Göttlichs permanenten öffentlichen Auftritten in der Sache.

Bundesregierung lehnt WM-Boykott ab

Zu der Frage, ob eine deutsche Auswahl in einem Land, das von Präsident Donald Trump regiert werde, überhaupt spielen dürfe, hat sich nun erstmals auch die Bundesregierung geäußert. „Wir haben uns innerhalb der Bundesregierung verständigt, und wenn es um einen Boykott geht, sagen wir: Das unterstützen wir nicht“, sagte Christiane Schenderlein (CDU), Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, der Süddeutschen Zeitung.

WM-Boykott: Ja oder Nein?

Man dürfe den Sport nicht für die Gestaltung außenpolitischer Beziehungen instrumentalisieren, erklärte die Politikerin. Außerdem gab sie zu bedenken, daß „die kommende WM ja auch nicht nur in den USA stattfindet, sondern auch in Kanada und Mexiko“. Ein Boykott würde auch diese beiden Staaten treffen. Davon, daß eine Absage auch die Nationalmannschaft und deren Fans treffen würde, sprach sie nicht.

Eine ähnliche Debatte hatte es kurz vor der WM 2022 in Katar gegeben. Damals wurde ein Boykott Deutschlands wegen der Menschenrechtslage im Gastgeberland erwogen. Sowohl die Bundesregierung als auch der DFB hatten sich dabei auf die LGBTQ-Bewegung fokussiert. Die Nationalmannschaft sollte mit einer „One Love“-Binde auflaufen.

Auftritt in Katar „keine gute Situation“

Als die Fifa dies untersagte, erschien Innenministerin Nancy Faeser mit dem Textil am Arm auf der Ehrentribüne, und die Nationalmannschaft hielt sich beim ersten Gruppenfoto demonstrativ den Mund zu. Dies hatten Politik und Medien damals als große Geste gewertet, während in vielen anderen Ländern über den deutschen Moralismus gelacht wurde. Heute gilt dieser Auftritt auch in Deutschland als Blamage.

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Die Vorkommnisse in Katar, so erklärte die CDU-Politikerin und sprach konkret das umstrittene Mannschaftsbild an, seien nun auch Teil der Bewertung gewesen. „Das war keine gute Situation, die da entstanden ist“, so die Staatsministerin. (fh)

WM-Boykott-Forderer und DFB-Vizepräsident Oke Göttlich mit „Antifascist“-Mütze sowie die deutsche Nationalelf bei ihrer umstrittenen Mund-zu-Geste bei der WM in Katar. Fotos: picture alliance (2) / xim.gs / Philipp Szyza & sampics / Stefan Matzke | Stefan Matzke
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