SAARBRÜCKEN. Im vergangenen Jahr sind aus dem Saarland 45 Prozent mehr Menschen abgeschoben worden als im Vorjahr. Insgesamt 292 Personen wurden 2025 rückgeführt, 2024 waren es lediglich 202 Personen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Das Hauptherkunftsland der abgeschobenen Asylbewerber war Syrien.
Im Gegenzug wurden 2025 insgesamt rund 1.300 Asylbewerber im Saarland aufgenommen. Dazu kamen knapp 1.700 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Im Jahr 2024 waren die Zahlen allerdings noch höher: Damals kamen rund 2.350 Asylbewerber und zusätzlich knapp 2.800 Flüchtlinge aus der Ukraine.
Zeitgleich gab das Innenministerium des Saarlands bekannt, derzeit keine Abschiebungen in den Iran mehr durchführen zu wollen. Damit trage die Landesregierung der weiterhin angespannten menschenrechtlichen Lage im Iran Rechnung, hieß es in einer Erklärung. Der Abschiebestopp soll bis zum 19. April gelten.
Saarlands Innenminister hatte Abschiebungen angekündigt
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte im Oktober bekannt gegeben, das süddeutsche Bundesland habe es geschafft, 2025 mehr Personen abzuschieben. Es habe fast 2.800 Rückführungen und zusätzlich 12.000 freiwillige Ausreisen gegeben. Das seien zusammen etwa 25 Prozent mehr Aufenthaltsbeendigungen als im Vorjahr.
Im Sommer 2024 hatte der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) angekündigt, Abschiebungen verstärken zu wollen. „Die Polizei muß genau wie der Staat wehrhaft sein“, verkündete er damals als Reaktion auf den islamistischen Anschlag in Mannheim, bei dem ein Polizist starb (JF berichtete). Wer sich nicht an Gesetze halte, müsse mit Rückführungen und Abschiebungen rechnen. „Es ist nicht so, daß da nichts passiert oder daß man sich zurücklehnt.“ Wer sein Bleiberecht verwirke, müsse das Land verlassen.
Auch bundesweit stieg die Zahl der Rückführungen im vergangenen Jahr. Zwischen Januar und November wurden mehr als 21.300 Personen abgeschoben, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Zuletzt hatte es 2019 so viele Rückführungen gegeben. Im Jahr 2024 waren lediglich etwa 20.000 Personen abgeschoben worden. Bundesweit hatten 2025 insgesamt 113.326 Menschen einen Asylerstantrag in Deutschland gestellt, dazu kamen mehr als 55.000 Folgeanträge. (lb)






