BERLIN. Nach dem großflächigen Stromausfall der den Südwesten Berlins am frühen Samstagmorgen lahmgelegt hat, liegt der Polizei ein Bekennerschreiben vor. Wie der rbb berichtet, habe die anarchistische „Vulkangruppe“ das Schreiben verschickt.
Laut dem Netzbetreiber können Teile Berlins voraussichtlich erst bis Donnerstag den 8. Januar 2026 wieder mit Strom versorgt werden. Nach Angaben von Stromnetz Berlin waren rund 45.000 Haushalte sowie 2.000 Gewerbebetriebe durch den Brandanschlag an einer Kabelbrücke in Mitleidenschaft gezogen worden. Fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungsleitungen seien schwer beschädigt.
Bekennerschreiben zeigt auf linksextreme Gruppe
Die „Vulkangruppe“ ist für mehrere Anschläge in der Vergangenheit verantwortlich. Zuletzt in Berlin Adlershof im September 2025 und 2024 bei Grünheide in Brandenburg nahe der Tesla-Fabrik. Betroffen waren diesmal unter anderem die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Besonders kritisch ist, daß die Meteorologen für die kommende Woche in Berlin bis zu minus fünf Grad Celsius erwarten. Haushalte die mit Wärmepumpen heizen, könnten deshalb auskühlen. Auch die Versorgung mit Warmwasser in den Wohnungen sei beeinträchtigt. Fernwärme funktioniert dort auch nicht, wo die Pumpen das warme Wasser nicht weitertransportieren. Weiter sei ein Stellwerk des Schienenverkehrs betroffen, sodaß der Verkehr Richtung Potsdam, sowie die S-Bahn nicht regulär fahren können. Ampeln und Tankstellen sind teils ebenfalls ausgefallen.
Ursache ist nach Angaben des Betreibers der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, durch den mehrere Leitungen zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt wurden. Zumindest im Ortsteil Lichterfelde könnte der Strom schneller wieder bereitgestellt werden. Bis zum morgen des 4. Januar konnte der Berliner Netzbetreiber 7.000 Haushalte und 150 Gewerbe wieder ans Netz anschließen.
Teile Berlins wirken gespenstisch nach dem Anschlag auf das Stromnetz. Sicherheitskräfte patrouillieren in den Straßen. Die Polizei versucht notdürftig wichtige Kreuzungen mit Notstrombeleuchtung zu sichern. Dieter Stein (@Dieter_Stein) ist vor Ort. pic.twitter.com/ib9uylxLT0
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) January 3, 2026
Das Feuer wurde inzwischen gelöscht. Die Polizei wies darauf hin, daß infolge des Stromausfalls auch Mobil- und Festnetzverbindungen beeinträchtigt sein könnten. Einsatzkräfte befinden sich vor Ort. Ein Polizeisprecher machte sich ein Bild von der Lage an der Brandstelle und vermutet einen Brandanschlag. Dem Staatsschutz liege eine Bekennerschreiben vor, dessen Authentizität geprüft werde.
Unerwähnt lässt der Beitrag die bisherigen polizeilichen und nachrichtendienstlichen Erkenntnisse zu Ursache und Urhebern: ein „spontaner“ Brand einer Verteilerstation in der Bremer Straße ab 06:03 Uhr und entsprechende Verabredungen zu solchen Taten im Phänomenbereich… https://t.co/xR8kj7zZlG
— Marcel Luthe – Good Governance (@GGLuthe) January 3, 2026
Tat weckt Erinnerungen an Brandanschläge vom September
Berlins Senatorin für Wirtschaft und Energie Franziska Giffey erklärte: „Wer kann, sollte bei Freunden oder Familienangehörigen außerhalb der betroffenen Gebiete unterkommen. Die Berliner Polizei und Feuerwehr informieren außerdem über Maßnahmen und Notfallpläne für die Bevölkerung.“ In einzelnen Bereichen mußten Patienten aus Pflegeeinrichtungen verlegt werden.
Der Vorfall erinnert in seiner Dimension an einen Stromausfall im September, als im Südosten Berlins ein politisch motivierter Brandanschlag ebenfalls rund 50.000 Kunden betraf und die Versorgung über Tage gestört war (die JF berichtete). 
Bewohner wurden aufgefordert, aufmerksam zu bleiben und bei Notfällen direkt Polizeibeamte anzusprechen oder die nächste Wache oder Feuerwache aufzusuchen, falls Notrufe nicht möglich sein sollten. (rr)





