BERLIN. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und Deutschlandradio haben im Jahr 2024 zusammenfast 10,4 Milliarden Euro eingenommen. Diese Summe ergibt sich aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen der Anstalten, wie der Evangelische Pressedienst ermittelt hat. Damit verfügt das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem über das weltweit höchste Gesamtbudget.
Zum Vergleich: Die britische BBC kam 2024 auf einen Gesamtumsatz in Höhe von 6,36 Milliarden Euro beziehungsweise 5,55 Milliarden britische Pfund. Die italienische Rundfunkanstalt RAI nahm 2,6 Milliarden Euro ein, France Télévisions rund 2,56 Milliarden Euro.
ARD-Anstalten verschlingen mehr Geld als die gesamte BBC
Die neun ARD-Landesanstalten kamen mit 7,57 Milliarden Euro auf etwa drei Viertel der Gesamteinnahmen. Dabei entfiel auf den Westdeutschen Rundfunk allein 1,671 Milliarden Euro. Danach folgte der Südwestrundfunk mit 1,306 Milliarden, der Norddeutsche Rundfunk mit 1,22 Milliarden und der Bayerische Rundfunk mit 1,205 Milliarden Euro Einnahmen. Der Mitteldeutsche Rundfunk nahm 776 Millionen Euro ein, der Hessische Rundfunk 593 Millionen Euro und der Rundfunk Berlin-Brandenburg 540 Millionen Euro. Der Saarländische Rundfunk kassierte 138 Millionen Euro und das Radio Bremen 121 Millionen Euro.

Das ZDF kam auf 2,54 Milliarden und das Deutschlandradio auf 279 Millionen Euro. Rund 85 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Rundfunkbeitrag, der derzeit bei monatlich 18,36 Euro liegt. Die restlichen 15 Prozent speisten sich aus Werbung, Sponsoring sowie sonstigen Erträgen.
Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich das Gesamtvolumen deutlich erhöht. 1995 beliefen sich die Einnahmen – inflationsbereinigt umgerechnet – auf etwa 5,9 Milliarden Euro, 2017 waren es bereits 8,8 Milliarden Euro. Bis 2024 ist das Budget somit um rund 4,5 Milliarden Euro oder etwa 76 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum betrug der Kaufkraftverlust durch Inflation etwa 40 Prozent.
2026 rechnet der Öffentlich-Rechtliche mit noch mehr Einnahmen
Seit 2022 belaufen sich die Jahreseinnahmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stabil oberhalb der Zehn-Milliarden-Euro-Marke: 2022 lagen sie bei 10,03 Milliarden, im Jahr 2023 bei 10,53 Milliarden Euro. Der leichte Rückgang im Jahr 2024 wird vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio vor allem mit geringeren Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag begründet.

Auch für die Zukunft zeichnet sich keine Trendwende ab. Den von den jeweiligen Gremien bereits genehmigten Haushaltsplänen für 2026 zufolge rechnen die Anstalten mit einer neuen Rekordsumme. Demnach sollen sich die Gesamteinnahmen dieses Jahr auf 10,63 Milliarden Euro belaufen. (rsz)






