BERLIN. Berlin hat im Jahr 2025 bis Mitte Dezember 37.877 Migranten eingebürgert. Das teilte der Direktor des Berliner Landesamts für Einwanderung, Engelhard Mazanke mit. 1.683 Einbürgerungsanträge seien abgelehnt worden. Zahlreiche Antragsteller warteten weiterhin auf ihren Bescheid.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Einbürgerungen damit um mehr als 40 Prozent gestiegen. 2024 hatten 21.811 Migranten in Berlin die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, in den Jahren davor waren es jeweils zwischen etwa 7.000 und 9.000.
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Mazanke aufgrund der Feiertage mit insgesamt 39.000 bis 39.500 Einbürgerungen. Damit werde das zu Jahresbeginn ins Auge gefaßte Ziel von 40.000 Einbürgerungen knapp verfehlt. Seit 2024 ist das Landesamt für Einwanderung zentral für Einbürgerungen zuständig. Zuvor hatten die Berliner Bezirke die Verfahren bearbeitet und dabei einen Rückstand von rund 40.000 unbearbeiteten Anträgen an das Landesamt übergeben.
Immer mehr Migranten klagen wegen Rückstand
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte das digitale Antragsverfahren im Sommer verteidigt und erklärt, „das ist richtig gut, was hier geschaffen wurde und wird“. Trotz der gestiegenen Bearbeitungszahlen kann die Behörde in vielen Fällen die gesetzlich vorgesehene Frist von drei Monaten nicht einhalten. Entsprechend nimmt die Zahl der Untätigkeitsklagen zu. In den ersten elf Monaten des Jahres seien 1.039 solcher Klagen eingegangen, sagte Mazanke. Das Verwaltungsgericht Berlin sprach Ende November von 1997 Neueingängen im Bereich des Staatsangehörigkeitsrechts.
Mazanke verwies darauf, daß bundesweit ein Anstieg der Untätigkeitsklagen festzustellen sei. Ursachen seien unter anderem hohe Rückstände aus den vergangenen Jahren sowie die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Juni 2024 mit verkürzten Aufenthaltsfristen und der erleichterten Möglichkeit, mehrere Staatsangehörigkeiten zu besitzen. Zudem führten aktuelle Debatten über mögliche Einschränkungen beim Asylstatus und beim Familiennachzug dazu, daß derzeit besonders viele neue Anträge gestellt würden. (rr)






