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Serap Güler: Erste CDU-Abgeordnete fordert mehr Migranten in der Bundesregierung

Serap Güler: Erste CDU-Abgeordnete fordert mehr Migranten in der Bundesregierung

Serap Güler: Erste CDU-Abgeordnete fordert mehr Migranten in der Bundesregierung

Politikerin Serap Güler, CDU fordert von Merz, mehr Migranten in seinem Kabinett aufzunehmen. Foto: picture alliance / dpa | Horst Galuschka
Politikerin Serap Güler, CDU fordert von Merz, mehr Migranten in seinem Kabinett aufzunehmen. Foto: picture alliance / dpa | Horst Galuschka
Politikerin Serap Güler, CDU fordert von Merz, mehr Migranten in seinem Kabinett aufzunehmen. Foto: picture alliance / dpa | Horst Galuschka
Serap Güler
 

Erste CDU-Abgeordnete fordert mehr Migranten in der Bundesregierung

CDU-Politikerin Serap Güler fordert mehr Migranten in der Bundesregierung – aber ohne Quote. Gleichzeitig warnt sie jedoch vor Meinungen, die auch unter Migranten herrschen: „Viele von ihnen fordern eine härtere Asylpolitik.“
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BERLIN. CDU-Bundesvorstandsmitglied Serap Güler hat gefordert, daß Menschen mit Migrationshintergrund stärker in der nächsten Bundesregierung vertreten sein sollten. Sie betont, daß insbesondere eine konservative Partei wie die CDU dafür sorgen müsse, diese Gruppe besser zu repräsentieren.

Güler, die als erste türkeistämmige Abgeordnete für die CDU im Bundestag sitzt, erklärte gegenüber dem Stern, sie sei ursprünglich gegen Quotenregelungen gewesen, habe ihre Haltung jedoch im Laufe der Zeit überdenken müssen. „Als junge Frau habe ich Ursula von der Leyen belächelt, wenn sie über die ‚gläserne Decke‘ sprach. Irgendwann habe ich erkannt, daß sie recht hatte“, so Güler.

Anhängerin von Quoten

Deshalb habe sie 2022 für die Frauenquote innerhalb der Partei gestimmt. Eine ähnliche Entwicklung im Bereich Migration wolle sie vermeiden, auch wenn eine Quote für Migranten für sie nicht infrage komme. Die niedrige Zahl von Abgeordneten mit Migrationshintergrund in der CDU-Fraktion führt Güler auf langsame Veränderungen zurück. „Als ich 2009 in die Partei eintrat, gab es in Nordrhein-Westfalen vielleicht eine Handvoll Mitglieder mit Migrationsgeschichte. Das hat sich zwar gebessert, reicht aber noch lange nicht“, prangert sie an.

Auch persönliche Erfahrungen mit Vorurteilen blieben Güler nicht erspart. Sie erinnerte sich an ihren ersten Wahlkampf 2012, als ein Parteikollege nach ihrer Vorstellung sagte: „Ihr Name klingt nicht deutsch. Welchem Glauben gehören Sie denn an?“ Auf ihre Antwort, sie sei Muslima, folgte die Gegenfrage: „Wann konvertieren Sie denn?“ Diese Szene habe sie nie vergessen, so Güler.

Güler: „Auch Migranten können Rassisten sein“

Güler wies darauf hin, daß sich viele Migranten für eine strengere Asylpolitik aussprechen. Sie erklärte, daß es unter Zugewanderten zunehmend das Gefühl gebe, selbst viel leisten zu müssen, während Neuankömmlinge es vermeintlich leichter hätten. „Viele Migranten fordern inzwischen eine härtere Asylpolitik“, so Güler.

Auch in Bezug auf die AfD stellte sie fest, daß diese mittlerweile von Migranten gewählt werde. „Ich höre das oft im privaten Umfeld – Unternehmer, hart arbeitende Menschen, die der CDU vorwerfen, zu viele Migranten ins Land gelassen zu haben. Sie denken wie typische AfD-Wähler.“ Ihre Reaktion auf solche Aussagen sei unmißverständlich: „Hast du sie noch alle? Du bist doch der Nächste, der abgeschoben wird – mit deiner Herkunft, deinem Glauben, deinem Namen.“

Besonders innerhalb der türkischen Community gebe es erhebliche Vorurteile gegenüber arabischen Geflüchteten. „Die deutsche Mehrheitsgesellschaft glaubt vielleicht, es handle sich um ähnliche Kulturkreise, aber viele Türken sehen das anders und halten sich für etwas Besseres“, so Güler. Ihr Fazit: „Wer sagt eigentlich, daß Menschen mit Migrationshintergrund keine Rassisten sein können?“ (rr)

Politikerin Serap Güler, CDU fordert von Merz, mehr Migranten in seinem Kabinett aufzunehmen. Foto: picture alliance / dpa | Horst Galuschka
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